
Köln | Bizarre Ausgangslage am Samstag Nachmittag in der Südstadt!
Um 14 Uhr lief der angekündigte Entwidmungsgottesdienst in der Lutherkirche. Und genau davor machten die Gegner der Entscheidung ihrem Ärger friedlich Luft. . .
Mit einer Online-Petition hatten sie bereits mehr als 13 000 Unterschriften gesammelt. Nun stand Mit-Initiator Jan Krauthäuser mit Betsy de Torres und Supportern mit Megaphon vor dem Gotteshaus, dem im Veedel das Aus bevorstehen soll.
Bis 15:15 Uhr lief die angemeldete Demo mit vielen Beiträgen engagierter Nachbarn. „Es ist eigentlich sehr schön gelaufen, viele Leute haben etwas beigetragen, es war eine sehr tröstliche, solidarische Stimmung“, bilanziert Krauthäuser im Anschluss der Veranstaltung gegenüber koeln0221.
Emotionale Stimmung in und vor der Kölner Lutherkirche
Und weiter sagt er: „Es war keine offizielle Politik dort, es haben spontan einige Gemeindemitglieder gesprochen, dabei auch Klaus der Geiger, Betsy und ich. Es ging wohl bis cirka 15:15 Uhr.“
Beim Finale wurde es emotional – drinnen wie draußen!
Krauthäuser: „Zum Abschluss haben wir das Veedel gesungen, manchen liefen die Tränen runter. Später hörten wir, dass dies auch in der Kirche in einer Schweigepause für Tränen gesorgt hat. Es gab zudem eine breite Zustimmung dafür, weiter für die Erhaltung der Lutherkirche als Kulturort zu kämpfen!“
Das findet auch Ex-Pfarrer Hans Mörtter, der den Treffpunkt zum zentralen Anker des Wedels gemacht und diesen über Jahrzehnte geprägt hatte.
„Die Lutherkirche ist ein kostbarer grenzenloser freier Menschen-Begegnungsort. Einer der „Dritten Orte“, die dem Geld geopfert werden. Der starke Aufstand ist ein bundesweites Signal, uns unsere Lebensräume nicht nehmen zu lassen, dafür zu kämpfen und einzustehen“, sagte der Geistliche bereits vor der Demo aufrichtig wie immer gegenüber koeln0221.