
Köln | Aller guten Dinge sind vier: Nach drei Heimerfolgen in der Halbfinalserie zwischen den Kölner Haien und den Eisbären Berlin will die Mannschaft von Kari Jalonen am Mittwochabend den zweiten Sieg in der Lanxess-Arena landen.
Und die Stimmung ist trotz des 1:2-Rückstandes nach Spielen gegen den amtierenden Champions ungebrochen. Denn zusammen mit den treuen Fans – das Haifischbecken ist mit 18.600 Besuchern restlos ausverkauft – die Serie ausgeglichen werden.
Dafür hat Jalonen die vergangenen drei Tage genutzt, um sein Team vorzubereiten und Kleinigkeiten zu verändern. Denn bei der 2:4-Niederlage am Sonntag in der Hauptstadt konnte der KEC nicht die beste Leistung abrufen.
„Berlin war besonders in den ersten 30 Minuten sehr stark. Wir sind nicht in unseren offensiven Rhythmus gekommen, um für Entlastung zu sorgen. Ich mochte es, wie meine Mannschaft in den letzten 30 Minuten gespielt und dagegengehalten hat“, sagt Kölns finnischer Trainer.
Die Frische soll zudem wieder in den Köpfen und den Körper zurückkehren, denn die fehlte in den entscheidenden Momenten in Spiel drei. „Wir wussten, dass Berlin mit einer Reaktion nach dem vergangenen Spiel kommen wird, haben es aber von der Intensität her nicht gut umgesetzt bekommen“, analysierte Moritz Müller nach der Niederlage.
Kölner Haie konnten Spiel in Berlin nicht drehen
Kölns Kapitän fügte hinzu: „Über das ganze Spiel und die gesamte Eisfläche haben wir zu viele Zweikämpfe verloren. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und hatten am Ende nicht mehr die Frische, um das Spiel ganz zu drehen. Zwar sind wir nochmal herangekommen, aber letztendlich war dies zu spät.“

Das soll sich nun dank der Heimstärke wieder ändern, obwohl die Berliner in der Hauptrunde beide Spiele in der Arena gewinnen konnten. Deshalb fordert Sportdirektor Matthias Baldys eine Reaktion: „Wir wollen am Mittwoch wieder mehr unser Spiel spielen und dabei so auftreten, wie im vergangenen Heimspiel – mit großer Energie, griffig und schnell. Das wollen wir über 60 Minuten durchbringen und so die Serie ausgleichen.“
Eisbären Berlin wittern ihre Chancen gegen Kölner Haie
Doch die Berliner wittern nach den ersten drei Begegnungen im Halbfinale ihre Chance auf die Titelverteidigung. „Am Sonntag haben wir unser Spiel über die gesamte Spieldauer durchgezogen. Es gilt, daran anzuknüpfen“, betont Serge Aubin.
Der Coach erinnert sich aber auch an das erste Aufeinandertreffen beider Klubs in den diesjährigen Playoffs. „Beim zweiten Spiel der Serie in Köln hatten wir ein gutes Startdrittel, die beiden folgenden Spielabschnitte waren dann jedoch nicht gut. Das darf uns nicht noch wieder passieren. Wir müssen auf die Kleinigkeiten achten. Zudem werden die Special Teams von großer Bedeutung sein.“
In den nächsten Partien müssen die Eisbären auch auf Lean Bergmann verzichten, der sich am Sonntag eine schwere Beinverletzung zuzog und mehrere Monate ausfallen wird. Der Stürmer ist neben Korbinian Geibel, Blaine Byron und Patrick Khodorenko der vierte Berliner Spieler, der verletzungsbedingt in der restlichen Saison nicht mehr spielen wird. Zudem ist Yannick Veilleux noch gesperrt.
Eisbären entschuldigen sich nach Angriff auf Bus
Nach den nicht akzeptablen Vorkommnissen von Sonntag, als Vermummte Angehörige einer Berliner Ultra-Gruppierung einen Kölner Fanbus an einer Ampel angriffen, haben sich die Verantwortlichen der Eisbären bei den Gäste-Anhängern entschuldigt.
„Wir entschuldigen uns zutiefst bei den Kölner Haien und ihren Fans, sowie bei allen Insass*innen des überfallenen Fanbusses. Wir nehmen die Vorfälle sehr ernst. Die Eisbären Berlin und die übrigen Fangruppierungen distanzieren sich deutlich von diesen Taten. Wir lehnen Gewalt in jeglicher Form ab und verurteilen den Angriff aufs Schärfste§, hieß es in einem Statement von Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstedt.
Er schrieb weiter: „Eishockey ist und bleibt ein Sport für die ganze Familie und solche Taten haben dort nichts, aber auch gar nichts, zu suchen. Ich bitte darum, nicht alle Eisbären-Fans über einen Kamm zu scheren. Wir werden in der Aufarbeitung null Toleranz walten lassen.“