
Köln | Sein Handy explodierte schier. Und es wurde für Michael Trippel am Samstag ein langer Abend.
Nach dem 1:2 des FC gegen Borussia Dortmund bekam „die Stimme des 1.FC Köln“ Nachrichten am Fließband aufs Handy.
„Und 98 Prozent Zustimmung“, wie der Stadionsprecher des RheinEnergieSTADIONs koeln0221 am Sonntag Mittag sagt.
FC-Stadionsprecher behält seine Kritik am VAR bei
Nachdem er „eine Nacht drüber geschlafen hat“, sagt er zu seinen „VAR-kritischen“ Aussagen am Stadionmikrofon im hektischen Spiel gegen den BVB: „Die Aussagen als solche kommen von Herzen und bleiben bestehen, denn das ist meine Meinung dazu. Das kostet uns vielleicht die Liga. Es ärgert mich, dass alles hingenommen wird, dass wir laufend benachteiligt werden. Wenn sich aber jemand beleidigt gefühlt hat, nehme ich das gern zurück.“
Trippel und die Emotionen. koeln0221 hatte zuerst berichtet. Es war in den vielen Jahren seit 1999 indes nicht der einzige Mikrofon-Kommentar, mit dem der Rotschopf Kultstatus erlangte.
- Unvergessen, als 2002 der FC gegen Union Berlin 7:0 gewann und der Tusch zu manchem Treffer erklang. Der neue Geschäftsführer Andi Rettig soll sich bei den den Unionern entschuldigt haben: „Die wussten nicht was der wollte, hatten das gar nicht mitgekriegt“, so Trippel mit einem Augenzwinkern, „beim nächsten Spiel gegen Mainz kam er auf mich zu: Solange ich hier bin wird, wird der Tusch nicht mehr gespielt. Ich antwortete: Der Tusch ist eine Belobigung, keine Herabwürdigung.“
- Der nächste Vorfall dann 2014. „Abseits, du Penner!“, war übers Mikro zu hören, Trippel musste daraufhin bei Lars Nierfeld zum Rapport. „Doch ich war unschuldig“, weiß Trippel, „die Anekdote erzähle ich auch immer auf meiner Stadiontour. Ich stand vor der Sprecherkabine und wollte eine Auswechslung anmoderieren, als der Patrick Helmes, der für Leverkusen da stürmte, steil geschickt wurde. Einer der Zuschauer sprang auf und schrie das.“
- Und: neulich bei der U19-Show gegen Inter Mailand entfuhr Trippel ein Rüffel für einen Flitzer in der Nachspielzeit, der durch eine zweiminütige Unterbrechung Verwirrung stiftete und der FC kassierte prompt den K.O. gegen die Italo-Bubis: „Der hat uns noch gefehlt.
„Eine Strafe, betont er auch am Sonntag, würde er für seinen FC einstecken, und er will sich nicht entmutigen lassen, sondern am Mikro bleiben: „So ist doch der Fußball. KI kann keine Emotionen ersetzen“, schmunzelt er.
Die DFB Schiri GmbH rügte ihn derweil, missbilligte seine Äußerungen als „inakzeptabel“, bei allem Verständnis für die Emotionalität.