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Müller: Neuer Titel-Angriff oder der Unvollendete?

Verteidiger Moritz Müller könnte seine lange Karriere im Trikot der Kölner Haie beenden. Foto: Denis Wroblewski

Köln | Auch zwei Tage nach dem Aus in der Serie gegen die Eisbären Berlin (2:4) ging bei den Kölner Haien noch nichts in gewohnten Zügen. Zu groß war der Schock und die Trauer nach der verpassten Chance, nach 24 Jahren endlich wieder den Eishockey-Titel nach Köln zu holen.

Besonders bitter war das Ausscheiden für einen Spieler, der immer mit dem KEC in Verbindung gebracht wird: Moritz Müller!

Denn das sechste Halbfinalfinale gegen den amtierenden Champion (1:4) könnte die letzte Partie des Verteidigers in der Deutschen Eishockey Liga gewesen sein – nach 23 Jahren im Trikot seines Herzensvereins.

Enttäuschung bei Moritz Müller ist groß

Nach der Niederlage am Montagabend in der Lanxess-Arena war der Blick des Haie-Kapitäns wie von vielen seiner Kollegen leer, sprechen über das bittere Aus und besonders über seine Zukunft wollte Müller nicht. Zu groß ist die Wunde, denn auch im 23 Anlauf schaffte es das Haie-Urgestein nicht, die Meisterschaft mit dem KEC zu gewinnen.

Moritz Müller verlor vier Finalserien mit Kölner Haien

So könnte es bei Olympia-Silber 2018 in Südkorea (3:4 nach Verlängerung gegen Russland) und der Vize-Weltmeisterschaft 2023 in Finnland (2:5 gegen Kanada) sowie vier verlorenen DEL-Finalserien mit seinem Haien bleiben.

„Ich habe immer gesagt, dass dies wahrscheinlich meine letzte Saison ist“, hatte der mittlerwiele 39-Jährige bis zuletzt immer über das Ende seiner Karriere gesagt. Die Weltmeisterschaft im Mai in der Schweiz könnte der langjährige Kapitän der Nationalmannschaft noch einmal bestreiten, ehe er die Schlittschuhe an den Nagel hängen wird.

Ob es wirklich so kommt oder er nach einer persönlich straken Saison doch noch einmal angreifen wird, wird sich in den kommenden Wochen nach Gesprächen mit Frau Nadja und der Familie zeigen.

Sollte es wirklich so kommen und titellos bleiben, könnte sich er wie ein Unvollendeter fühlen. So wie einst Düsseldorfs Urgestein Daniel Kreutzer. Beide haben als Vorreiter viel für das deutsche Eishockey getan, die Krönung mit einem Titel bliebe aber beiden verwehrt.

Angefangen hatte seine Profikarriere am 18. Dezember 2003 unter Trainer Hans Zach. Als 17 Jahre alter Teenager absolvierte Müller sein erstes DEL-Spiel in der ausverkauften Lanxess-Arena im großen Derby gegen den Erzrivalen Düsseldorfer EG.

„Vor dem Spiel war ich mega aufgeregt. Ich erinnere mich noch, dass die Fans während des Spiels meinen Namen gesungen haben“, erzählte Müller vor seinem 1000. Spiel im Oberhaus. „Das war total surreal. In anderthalb Jahren aus dem Nachwuchs in Kassel zum ausverkauften Derby. Das war schon ein kleiner Karrieresprung.“

Seitdem ist der Abwehrspieler nicht mehr aus dem Kölner Kader wegzudenken und stand in insgesamt 1.183 DEL-Duellen auf dem Eis. Dabei erzielte er 50 Tore und gab 246 Vorlagen. Nur Mirko Lüdemann hat noch 16 Partien mehr auf dem Buckel.

Dabei hat sich der Verteidiger in der Vergangenheit alles hart erarbeiten müssen. Bei den Haien, aber auch im Nationalteam, wo er durch seine Führungsstärke, seine Geradlinigkeit und Macht in der Kabine im Prinzip unverzichtbar für mehrere Bundestrainer wurde. Sein Wort hatte aufgrund der Leistung Gewicht, er ging keiner Konfrontation aus dem Weg, wenn seiner Mannschaft half.

Moritz Müller blühte in letzten Jahren auf

Nach einigen enttäuschenden Jahren blühte der KEC und auch Müller unter Cheftrainer Kari Jalonen noch einmal richtig auf und nährte in den letzten beiden Spielzeiten zusammen mit einem verstärkten und ausgeglichenen Kader die Hoffnung auf den neunten Titel. Doch zweimal scheiterte der Nationalspieler mit seinem Team dann doch an den Eisbären Berlin.

Dabei schien die Gelegenheit auf seinen ersten Meistertitel nie so groß wie in dieser Saison. Zu groß war die Dominanz der Kölner in der Hauptrunde. mit 116 Punkten und Platz eins nach der Hauptrunde. Doch es reichte nicht, am Ende sah man nur noch in traurige Gesichter.

Moritz Müller bleibt mit Kölner Haien verbunden

Egal welche Entscheidung Müller treffen wird. Er wird immer mit den Haien und Köln verbunden bleiben. „Heimat, zu Hause. So fühlt es sich an. Eine Sache, die mir in den vergangenen Jahren immer wieder bewusst geworden ist, dass man ja zusammen mit den Fans älter wird. Teilweise kenne ich Fans, die waren Kinder oder Jugendliche, wo ich angefangen habe und sie sind 20 Jahre später immer noch da. Das ist schon etwas Besonderes.“

Besonders ist auch seine Art gewesen. Sollte der Publikumsliebling wirklich aufhören, wird Müller eine große Lücke bei den Haien hinterlassen – menschlich und sportlich!

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