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März 2, 2026
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Iraner aus Köln zu Chamenei: „Viele hätten ihn gern leiden sehen“

Köln | Eine Demo folgt auf die andere: In der Domstadt machen die „Exil-Perser“ schon lange Woche für Woche mobil. Lokale Politiker wie Andi Bohl (CDU) zeigen durch Präsenz und in Reden Solidarität.

Mit Betroffenen wie Omid K. Tausende Kilometer entfernt harrt der Unternehmer in Köln aus und verfolgt perplex die kriegerischen Ereignisse in seiner Heimat, dem Iran, wo Verwandte von ihm leben.

Für koeln0221 fasst er seine aktuelle Gefühlswelt in einem Beitrag zusammen.

Exil-Iraner und seine Sicht auf die Dinge in Teheran

„Der Tod von Chamenei bedeutet für viele Iraner in der Diaspora und auch für die junge Generation im Iran, die nach Freiheit strebt und sich westliche Werte im eigenen Land wünscht – so wie es vor der Diktatur war – eine Art Erlösung.

Für viele fühlt es sich wie Erlösung und auch wie eine späte Gerechtigkeit an für all das, was dem Volk über 47 Jahre hinweg angetan wurde. Für manche war es trotzdem ein viel zu einfacher Tod. Viele hätten ihn gerne leiden sehen. Trotzdem ist es besser so als gar nicht.

Es fühlt sich irreal an. Man kann es kaum glauben, kaum fassen, weil man jahrzehntelang auf genau diesen Moment gewartet hat – und dann passiert er von heute auf morgen. Plötzlich steht man da und merkt: Das, was man sich so lange gewünscht hat, könnte wirklich Realität werden.

Screenshot

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten haben viele Menschen das Gefühl, dass es kein Zurück mehr gibt. Dass Freiheit, ein normales Leben und ein offenes Land vielleicht wirklich möglich werden können.

Der Iran war für den Westen nie wirklich ein zentrales Thema. Das, was im Land passiert ist, hat immer in erster Linie das eigene Volk getroffen, und der Westen hat sich oft nur wenig bis gar nicht dafür interessiert. Auch in den Medien wurde vieles nicht so behandelt, wie es der Realität im Land entsprochen hätte.

Innerhalb kürzester Zeit wurden tausende Iranerinnen und Iraner – darunter viele Kinder und Jugendliche – brutal unterdrückt und getötet. Milizen wurden eingesetzt, Menschen wurden kaltblütig erschossen. Das sind Dimensionen, die außerhalb des Landes kaum verstanden wurden.

Ab dem gestrigen Tag – und vor allem in der Zukunft – wird die Wahrheit nach und nach ans Licht kommen. In Dokumentationen, in Filmen, durch unabhängige Recherchen und echte Quellen wird sichtbar werden, was dem Volk über 47 Jahre hinweg wirklich angetan wurde. Dinge, die wir heute noch nicht wissen. Dinge, die auch die Welt nicht weiß.

Das alles wird noch aufgearbeitet werden. Und dann wird man das ganze Ausmaß erst wirklich verstehen.

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