
Köln | Argentinien im Freudentaumel!
Dass die Truppe um den fantastischen Ewig-Magier Lionel Messi (39) das Ding im zweiten Halbfinale der Fußball-WM gegen die lange führenden Engländer tatsächlich wieder in letzter Sekunde zu einem Sieg drehte (2:1), löste am Mittwoch Abend in Köln unter der „Gaucho-Gemeinde“ einen wahren Jubel-Exzess aus.
Anders als im schmucken „Rosa“ am Brüsseler Platz, wo sich die englische Community breitgemacht hatte – und leer ausging.
Des einen Leid, des anderen Freud: Ob im „Bumann & Sohn“ in Ehrenfeld, im legendären „El Gaucho“-Steaktempel – überall rasteten die blau-weißen Fans aus.
Ebertplatz: Argentinien-Fan fühlt sich diskriminiert
Und vor allem an DEM Latino-Hotspot schlechthin: Dem Biergarten auf dem bekanntermaßen problematischen Ebertplatz.

Immer mehr Fans kamen zur Party zu später zusammen, fluteten das Areal und sangen die Gaucho-Hymnen.
„Wir wurden einfach überrollt“, heißt es von den Machern des Cafe e Köln auf Instagram.
Denn: Die Südamerikaner waren zu Scharen mit Trommeln am Platz schon den ganzen Tag über präsent. Den ganzen Mittwoch über.

Und als dann der Siegtreffer von Lautaro Martinez nach Messi-Assist kurz vor dem Schlusspfiff entscheidend fiel, brachen alle Dämme. Und Pyro wurde gezündet, Raketen in die Luft geballert.
Die Folge: Die Freude der Messi-Fans währte nicht lange. . .
„Unglaublich. Das Ordnungsamt kam mit einer ganzen Brigade und crashte die Party“, sagt uns Vorzeige-Gaucho Pablo Strauss entrüstet.
Der Fan-Veteran weiter: „Wir haben friedlich gefeiert! Es war nicht einmal 24 Uhr. Doch das Ordnungsamt kannte kein Pardon. Wegen der Bengals und der Lautstärke. Unser Trommler Jero Rodriguez musste seine Daten angeben, wurde verantwortlich gemacht und soll nun einen Strafbrief nach Hause geschickt bekommen“, entrüstet er sich.

Entsprechende Audiomitschnitte belegen indes das Unverständnis bei manchem der zahlreich angerückten Mitarbeiter für das Ausmaß der Party.
Gaucho-Zoff: Ordnungsamt reagiert mit klarer Kante
Unsere Anfrage nach dem Warum und Wie der Maßnahmen wurde äußerst rasch und professionell vom Presseamt der Stadt beantwortet: „Nach dem WM-Spiel England – Argentinien kam es zu mehreren Anrufen in der Leitstelle des Ordnungsamtes bezüglich einer großen Personengruppe auf dem Ebertplatz.
Vor Ort befanden sich ca. 200 Personen mit Pyrotechnik (Bengalisches Feuer) und Trommeln. Der Einsatz wurde von mehreren Personen gestört, u.a. wurden Einsatzkräfte mit Flaschen beworfen. Gemeinsam mit der Polizei wurde daraufhin der Platz geräumt.“
Vor Ort argumentierte man mit der ausgelassenen Lautstärke und dem Drogenumfeld am Platz.
„Aber wir singen, trommeln und grillen und nehmen keine Drogen“, so ein weiterer Fan der Albiceleste, der sich mit den Ordnungshütern tollkühn anlegte: „Wenn Deutschland das Spiel gewonnen hätte und ins Finale gekommen wäre, würden sie die deutschen Fans dann auch jetzt heimschicken? – Antwort des Gegenüber. „Deutschland ist raus. Hätte, hätte…“
Stellt sich die Frage, wie – und ob – es am Sonntag Abend weitergeht.
Denn dann steigt ja das Finale mit argentinischer Beteiligung. . .