
Köln | Aus und vorbei. Die Uhr zeigte 21.50, als die Saison der Kölner Haie am Montagabend beendet war. Der Vorrundenprimus scheiterte durch die 1:4-Heimniederlage im sechsten Halbfinale gegen die Eisbären Berlin einmal mehr am Titelverteidiger.
- Kölner Haie verlieren das sechste Halbfinale gegen die Eisbären Berlin
- Eisbären Berlin treffen im Finale nun auf die Adler Mannheim
- Kölner Haie scheitern wieder auf amtierenden Deutschen Meister
Nach der Sirene war die Enttäuschung riesig. Aus den Boxen kam „In unserem Veedel“, auf den Rängen flossen viele Tränen und auf dem Eis herrschte Schockstarre nach dem Aus.

Kari Jalonen gratuliert Eisbären Berlin
„Gratulation an Berlin. Ich kann einfach nur stolz auf meine Mannschaft sein“, sagte Trainer Kari Jalonen. „Es waren zwei tolle Jahre in einer großartigen Stadt. Ich habe meine Zeit in Köln wirklich genossen.“

Es war das Ende der Trainerkarriere des Finnen ohne Happy End und vielleicht auch das letzte Spiel von Haie-Urgestein Moritz Müller.
Ob das 39 Jahre alte Verteidiger noch eine weitere Saison dranhängen wird, entscheidet der Abwehrrecke erst in den nächsten Tagen. Greift er mit seinen Haien noch einmal an oder bleibt er der Unvollendete nach 24 Jahren DEL und 1183 Spielen.
Jetzt heißt es erst einmal Wunden lecken und die Enttäuschung verarbeiten. Denn so nah waren die Hoffnungen und die Voraussetzungen der Kölner lange nicht mehr am silbernen Meisterpott, als vor dem Start der diesjährigen Playoffs. Doch erneut scheiterte der KEC am amtierdnen Champion.
Dabei war alles bereit, um eine siebte Partie zu erzwingen. Die Lanxess-Arena war erneut mit 18.600 Besuchern restlos ausverkauft und die Heimstärke der Serie sollte das Pendel wieder in Richtung Haie ausschlagen lassen.
Doch die Haie verschliefen den Start und lagen nach zehn Minuten bereits mit 0:2 zurück. Jonas Müller eröffnete für die Eisbären mit dem 1:0, nur 145 Sekunden später erhöhte ausgerechnet der gebürtige Kölner Frederik Tiffels für die Gäste.
Die Gastgeber kamen dann langsam in Fahrt. Parker Tuomie, in seinem letzten Spiel für den KEC, sorgte mit seinem Treffer für neue Hoffnung, doch danach war Jonas Stettmer im Eisbären-Käfig nicht mehr zu schlagen.
Dabei hatten Nate Schnarr, Dominik Bokk, Gregor MacLeod oder Valtteri Kemiläinen genügend viele Hochkaräter, um den Ausgleich doch hoch zu erzwingen.
Dagegen zeigte sich die Mannschaft aus der Hauptstadt effizienter und cleverer. Am Ende nahm Jalonen Janne Juvonen vom Eis, die Eisbären nutzten das verwaiste Kölner Tor durch Yannik Veilleux und Markus Vikinstad zu zwei weiteren Toren und stürmten erneut ins Finale.
Kölner Haie dominierten das Spiel
„Wir haben das Spiel größtenteils dominiert, aber wir treffen nicht. Wir arbeiten hart, machen die Dínger leider nicht rein. Berlin macht dagegen zwei leichte Tore. Es ist einfach traurig“, meinte Bokk frustriert.

Berlin trifft dagegen nun ab Freitag auf die Adler Mannheim, während die Haie aus eigener Sicht viel zu früh in den Urlaub mussten. So muss der KEC mindestens ein weiteres Jahr warten, um endlich den ersehnten neunten Titel und den ersten seit 2002 feiern zu dürfen.