
Köln | Frei Schnauze oder nicht!?
Gerade der Karneval gilt bekanntlich traditionell als zentrale Bühne, um Missstände anzusprechen und den „Mächtigen“ ungestraft den Spiegel vorzuhalten. Doch gilt das auch für die FC-Fans?
JP Weber, der als Redner im kölschen Fasteleer schon Ex-OB Henriette Reker auf der Pripro aufs Korn nahm, äußerte sich in einem Interview mit der „Kirchenzeitung“ zum Thema der Karnevalsgottesdienste und kritisierte in diese Zusammenhang – von sich aus – den FC-Gottesdienst.
Da er die Tatsache, dass dort „die Leute mit Bierdosen in der Hand (..) die FC-Hymne grölen“, nicht akzeptiere.
Das Echo auf die Aussagen, die Weber auf unsere Nachfrage bekräftigte, blieb nicht aus und sorgte für eine differenzierte Debatte über ein offensichtlich sehr sensibles Thema im Netz, die man kaum einfach verhehlen oder aussitzen kann.
1.FC Köln: Bekannte Fans zu Bier im Kölner Dom-Kritik
Denn einflussreiche Vertreter der Anhängerszene bezogen Stellung, ob ein Verfechter des Brauchtums Recht mit seiner Kritik und dazu überhaupt das Recht hat oder nicht.
„Was ist das denn für ein Schwachsinn…. ich kenne niemanden der auch nur eine Bierdose im Dom gesehen hat…. und unsere Hymne…. wird voller Inbrunst gesungen…..Hauptsache mal alle pauschal anpi…. JP Weber….schäm dich, hol dir deine Klicks woanders!!!“, fauchte z.B. Kultwirt Ron Big Ron Büttner („4711“) empört aus Mallorca rüber.
Von „Reissdorf am Hahnentor“-Wirt und „Dreierkette“-Podcaster Martin Schlüter gab es für den Bühnenkünstler dagegen komplett Zustimmung: „Jörg hat völlig Recht, die ganze Veranstaltung ist Event-Kokolores. Gläubige FC Fans haben genügend Gelegenheiten in die Kirche zu gehen, aber bitte ohne Schal & Hymne. (…)
Mir geht es weniger um die Kirche als solches, sondern um die Eventisierung von kölschem Gefühl & Fan Dasein. Und bei erstem hat der Jörg meist ein feines und richtiges Gespür.“
Das sieht ausgerechnet Schlüters Kumpel Michael Weber anders. „Ich mag en eigentlich, aber so manche Dinge, die er sagt oder tut sind mittlerweile gegen jede Rheinländische Mentalität und gehören schon gar nicht nach Köln … Etwas mehr Respekt vor dem 1.FC Köln, seinen Fans und der Stadt gilt auch für J.P. Weber.. Nicht vergessen mein Freund, wir Kölner haben Dich dahin gebracht wo du jetzt bist..“
Fakt ist und durch die emotionalen Reaktionen belegt: Mit seiner Kritik hat Weber offenbar einen Nerv getroffen . . .