
Köln | Dominik Bokk wollte nach seinem Coup nur noch nach Hause. „Ich brauche jetzt ganz viel Ruhe, am Donnerstag werden wir das Spiel noch einmal analysieren und hoffentlich viele gute Clips sehen“, erklärte der Stürmer der Kölner Haie nach dem dramatischen 4:3-Erfolg nach Verlängerung über die Eisbären Berlin.
- Kölner Haie reisen zum fünften Halbfinale nach Berlin
- Kölner Haie wollen sich bei den Eisbären Berlin einen Matchball sichern
- Dominik Bokk spricht über sein entscheidendes Tor in Spiel vier
Der Angreifer mit der Rückennummer 78 hatte selbst mit zwei Toren, darunter das entscheidende zum Sieg in der 78. Minute und einer Vorlage gehörigen Anteil am wichtigen Sieg in der vierten Partie der Playoff-Halbfinalrunde gegen den Titelverteidiger.
„Das Tor zum Sieg vor 19.000 Fans zu schießen fühlt sich natürlich gut an und steht mit ganz oben in meiner Karriere. Das werde ich nicht vergessen“, erklärte Bokk.
Dominik Bokk wird zum Haie-Held in der Verlängerung
Der Haie-Held erinnert sich an die Besprechung in der Pause vor der Verlängerung: „Wir haben uns gesagt, dass es nun um einen Schuss oder einen Wechsel geht. Ich hatte ein wenig Platz und Raum und habe mir den Schuss genommen und damit den Torwart überrascht. Zum Glück war mein Versuch drin und ich konnte der Mannschaft helfen.“
Denn durch seinen wichtigen Treffer zum zweiten Sieg steht es im Duell der beiden Finalteilnehmer 2:2 und nach der Begegnung am Freitag in Berlin hätte der KEC in den entscheidenden beiden Spielen das Heimrecht auf seiner Seite.
In einem intensiven, spannenden und hochklassigen Aufeinandertreffen schickten beide Teams ihre Fans auf eine wahre Achterbahnfahrt. Der KEC ging bereits nach 42 Sekunden durch Frederik Storm in Führung, verpasste mehrmals ein zweites Tor nachzulegen und wurde durch zwei Berliner Tore von Ty Ronning und Kai Wissmann für fehlende Effizienz bestraft.
Aber die Haie rappelten sich auf, gingen selbst wieder durch Tanner Kero und Bokk mit 3:2 in Front, ehe der Meister im Schlussabschnitt durch Liam Kirk erneut ausgleichen konnte. „Es war ein intensives Spiel zweier starker Mannschaften, die technisch versiert, aber auch aggressiv gespielt haben. Da gewinnt oft das Team, das die Chance besser nutzt. Das haben wir getan, da Berlin am Ende oft an unserem Torwart Janne Juvonen gescheitert ist“, meinte Bokk.
„Was für ein Eishockeyspiel, es war unglaublich. Vier Spiele sind gespielt, zwei haben wir auswärts verloren und die beiden Heimspiele gewonnen. Es geht darum, als Team zu wachsen, wir haben aus den Spielen etwas gezogen und wir wachsen in der Serie mehr und mehr“, erklärte Trainer Kari Jalonen.
Für den Finnen war auch ein Quäntchen Glück dabei: „Die Verlängerung ist immer von einem Moment abhängig – Dominik Bokk hat die kleine Lücke gefunden und das hat die enge Partie entschieden. Jetzt haben wir eine Best-of-three-Serie vor uns.“
Mit neuem Mut und Selbstvertrauen reisen die Haie nun wieder in die Hauptstadt und wollen sich am Freitag (19.30 Uhr, Uber-Arena) für das sechste Duell am Montagabend in der Lanxess-Arena einen Matchball erarbeiten.
„Ich arbeite jeden Tag so hart, weil wir als Haie es in dieser Saison besser machen wollen als im Vorjahr. Wir sind eine tolle Truppe, es macht einfach Spaß, jeden Tag mit den Jungs auf dem Eis zu stehen“, erklärt Bokk das Erfolgsgeheimnis der Haie.
Das soll endlich mit dem ersten Titel nach 24 Jahren gekrönt werden. Dafür müssen nun zwei Siege gegen Berlin her, dann hätte man endlich das Eisbären-Trauma aus Kölner Sicht besiegt. Und im Halbfinale wartet dann mit den Adler Mannheim ein gutes Omen.
Denn am 22. April 2002 gewann der KEC in einem dramatischen fünften Finale seine letzte Meisterschaft – in Mannheim! Die Kurpfälzer führen im zweiten Halbfinale gegen RB München mit 3:1 und können bereits am Freitag den Endspieleinzug perfekt machen.
Die Halbfinaltermine der Kölner Haie gegen die isbären Berlin:
Spiel 1: Eisbären Berlin gegen Kölner Haie 6:3
Spiel 2: Kölner Haie gegen Eisbären Berlin 5:1
Spiel 3: Eisbären Berlin gegen Kölner Haie 4:2
Spiel 4: Kölner Haie gegen Eisbären Berlin 4:3 nach Verlängerung
Spiel 5: Eisbären Berlin gegen Kölner Haie – Freitag, 17. April, 19:30 Uhr
Spiel 6: Kölner Haie gegen Eisbären Berlin – Montag, 20. April, 19:30 Uhr
Spiel 7*: Kölner Haie gegen Eisbären Berlin, Bremerhaven – Mittwoch, 22. April, 19:30 Uhr
*falls erforderlich