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Schwester aus der Chemo: „Willis Tod hat mich traumatisiert“

Köln | Sie kämpft. Und jeder Tag ist ein neuer Kampf für Annemie Herren (62). Speziell aktuell, je näher das Datum kommt.

Die Rede ist vom fünften Todestag ihres geliebten Bruders Willi Herren (†2021) Seinerzeit nahm gefühlt ganz Köln, ja Deutschland Anteil am Schicksal des früh verstorbenen, im Karneval und auf Mallorca bekannten Stimmungssängers. Doch jetzt ist es still geworden.

Was für Annemie und die Kinder und Enkel bleibt? Die Schmerzen. Denn Annemie bekennt, dass der bittere Verlust ihres Bruders ihren seelischen Zustand und ihre langjährige Krankheit (Metastasen in der Leber) noch verschlimmert habe.

Kranke Annemie Herren über toten Ballermann-Star

„Ja, der Tod meines Bruders hat das verschlechtert, Willis Ende hat mich traumatisiert“, sagt die Kölnerin, als sie koeln0221 in der Chemo erreicht.

Je näher der fünfte Todestag rückt, umso dunkler werden die Schatten der Erinnerung an den gefallenen Barden, der durch Substanzmittel geschwächt durch den nebligen Bühnen-und Trash-TV-Wahnsinn taumelte und keine Grenzlinien mehr erkannte: „Ich werde auf jeden Fall zum Friedhof gehen, ich denke jeden Tag an meinen Bruder. Einmal die Woche weine ich noch. Es ist nichts mehr wie es einmal war, die Menschen haben sich verändert, die angeblichen Freunde haben sich zurückgezogen, sie haben ja keinen Profit mehr. Dabei hat der Willi hat sie alle auf die Bühne geholt.“

Stattdessen schippern manche von ihnen heute mitsamt devoter Claqueur-Bagage auf Partybooten umher. Sie, die den suchtkranken Willi nicht wirklich vom Abgrund wegzuhalten versuchten, auch wenn sie gerne öffentlich so taten.

„Er hatte keinen guten Umgang“, hadert Annemie, „Mein Bruder ist für jeden gerade gestanden. Aber er ist von vielen Menschen nur benutzt worden.“ Namen nennt sie bewusst keine. Auch aus Sorge vor neuen Klagen.

Wer hilft in Gedenken?

Vom WDR beispielsweise sei nichts für das frühere „Lindenstraße“-Aushängeschild zu erwarten gewesen. „Es kam nichts von niemandem,  Auch für seine Kinder ist niemand da gewesen. Wir wollen auch kein Geld oder Spenden, aber wir sind von verschiedenen Menschen richtig fertig gemacht worden als Übeltäter. Dennoch halten wir umso stärker jetzt zusammen. Alessia, Stefano, wir sind ein Team.“

Das im April am Todestag auch Geschlossenheit beweisen will. Sie kündigt an: „Zum Grab gehen wir an diesem Tag immer mit der ganzen Familie, nehmen Essen mit, Kuchen mit, lassen Musik laufen, das Lied, was in dem Grabstein per QR Code anzuklicken ist.“ 

Mit dabei: Ein besonderes Accessoire. „Die Tasche, die Willi bei seinen Auftritten immer dabei hatte. Ich musste sie nach seinem Tod im Internet ersteigern“, so Annemie Herren.

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