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März 6, 2026
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Kölner Wirte zum Streik: „Verdi nimmt die Menschen in Geiselhaft!“

Köln | Er ist stinksauer und spricht aus, was auch viele seiner Kollegen mit Blick auf das Wochenende denken.

„Die Laufkundschaft, die bei dem Wetter am Rhein spazieren will, bricht weg. Verdi nimmt die Menschen in eine Art Geiselhaft“, schimpft Altstadt-Gastronom Frank Markus vom „Dom im Stapelhaus“ und ist damit nicht alleine.

Denn es heißt: Streik! Leute, die nachts unterwegs sind, sollten sich daher für Freitagabend vorzeitig um alternative Fahrmöglichkeiten bemühen.

Gastronomen stöhnen über Nachteile durch Streikwelle

Stein des Anstoßes ist die derzeitige Tarifverhandlung mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW. Der Druck ist von Seiten Verdis größer geworden, nachdem die Arbeitgeber in der ersten Runde der Verhandlungen kein Angebot vorgelegt hatten. Der Aufruf zur Niederlegung der Arbeit gilt bundesweit.

Kernpunkte der Forderungen: Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich, sowie gesicherte Ruhezeiten zwischen den Arbeitseinsätzen und höhere Zuschläge für Sonntags-Dienste.

Wegen des lahmgelegten Verkehrs stöhnen vor allem die Gastronomen der Stadt über Stornierungen und nicht besetzte Tische, daher zwangsläufig unverschuldete, krasse Umsatzrückgänge von teilweise bis zu 50 Prozent und mehr.

„Trotz aller Solidarität mit den Streikenden lebt die Gastronomie natürlich von der Erreichbarkeit über ÖPNV. Für uns bedeutet der Streik herbe Umsatzeinbußen“, so IG Kölner Gastro-Sprecherin Maike Block.

Martin Schlüter vom Vorzeige-Brauhaus „Reissdorf am Hahnentor“ exemplarisch: „Ich sehe das eher für die ganze Branche in meiner Funktion als Pressesprecher der IG Gastro und nicht als Einzelwirt. Das ist einfach unglücklich und aus meiner Sicht unverantwortlich und trifft unsere Branche eben hart. Ich weiß von vielen Kollegen, die angewiesen sind auf volle Lokale am Wochenende und jetzt nur die Hälfte an Umsatz befürchten.“

Der Gastro-Profi weiter: „Klar gibt es ein Streikrecht, aber das auf dem Rücken der Bevölkerung auszutragen, ist schon bitter. Allein, wenn man den Spieltbetrieb im Fußball sieht: Wie kommen die Fans heute eigentlich zum Spiel von Viktoria? Aber diese Organisationsprobleme sieht ja kaum einer.“

Und sie entstehen ja gewiss nicht zum ersten Mal. Bereits Anfang Februar (2.2.) hatte ein Streik den Verkehr zum Stillstand gebracht.

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