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Juni 11, 2026
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Vor dem Eröffnungsspiel: Kölner und ihre WM-Boykotts!

Köln | Anpfiff für die Fußball-WM!

Am Donnerstagabend steigt die Eröffnungspartie zwischen Gastgeber Mexiko und Außenseiter Südafrika.

Doch nicht überall in Köln ist das Fußball-Fieber ausgebrochen. . .

Die Macher der Südstadt-Institution „Lotta“ kündigten bereits an, die Spiele nicht zu zeigen. Und auch das unweit entfernte Café Kult hat für sich eine klare Kante gezogen.

Bekanntes Lokal zeigt die WM-Partien nicht

„Liebe Gäste,

hiermit möchten wir euch mitteilen, dass wir uns dazu entschieden haben, die Fußball-Weltmeisterschaft nicht im Café Kult zu übertragen“, heißt es vom Lokal am Chlodwigplatz, „Wir sind uns bewusst, dass unsere Entscheidung nichts an den Tatsachen ändern wird. Dennoch ist es uns wichtig, keine Veranstaltung zu unterstützen und vor allem nicht wirtschaftlich von einer Veranstaltung zu profitieren, die unseren Werten nicht entspricht.

Wir sind davon überzeugt, dass Sport – insbesondere eine Fußball-Weltmeisterschaft – Menschen verbinden sollte, unabhängig davon, woher man kommt und woran man glaubt.

Abgesehen davon, dass das Turnier in einem Land (den USA) stattfindet, das derzeit an zahlreichen Kriegen beteiligt ist und dadurch Leid und Kummer verursacht, gefällt uns auch die Art und Weise nicht, wie mit manchen Teilnehmern umgegangen wird, die sich durch faire Leistungen für dieses Turnier qualifiziert haben.

Es kann nicht sein, dass ein Schiedsrichter, der zum ersten Mal die Möglichkeit hat, sein Land zu repräsentieren, aufgrund seiner Herkunft ausgewiesen wird.

Es darf nicht sein, dass Mannschaften nur zur Einreise in die USA zugelassen werden, um ein Spiel zu bestreiten, und anschließend direkt nach dem Spiel unter Polizeibegleitung das Land wieder verlassen müssen. Ebenso darf es unserer Meinung nach nicht sein, dass sich nur noch Millionäre Tickets leisten können.

Genauso wenig akzeptabel ist es, dass manche Mannschaften direkt nach der Landung wie Schwerkriminelle behandelt, am Flughafen durchsucht und anschließend zwölf Stunden lang in einer Gefängniszelle verhört werden.

All das widerspricht unseren Werten und unserem Verständnis von Sport. Deshalb werden wir keines der WM-Spiele in unserem Laden übertragen.

Unserer Nationalmannschaft wünschen wir dennoch alles Gute und viel Erfolg.“

Ein weiterer fußballverrückter Edelfan pausiert indes diesmal, reist nicht zum Turnier über den Großen Teich.

Denn Pablo Strauss, der wohl größte Argentinien-Anhänger in der Domstadt, der schon 1986 und 2022 bei den Triumphen der Gauchos live dabei war, setzt diesmal aus.

„Die Preise sind einfach zu teuer für die Tickets!“, so der glühende Maradona und Messi-Verehrer, der im „El Gaucho und „Vasco da Gama“ bekannter Kellner ist, „dazu muss man durch drei Länder reisen.“

Diesmal kann Pablo mit seinem Sohn Diego nur an der Screen die Daumen drücken.

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