
Köln | „Rund um Wallraffplatz, Roncalliplatz, Hohe Straße und Schildergasse hat man als älterer Mensch leider laufend das Gefühl, gleich über den Haufen gefahren zu werden.“
Michael Schwan spazierte am Dienstag Nachmittag zum Dom – und war erschrocken.
Denn durch vogelwilde Manöver mancher Personen auf Rädern ging es auf der Domplatte gefährlich zu.
Weite Teile der Fußgängerzonen sind in Köln für den Radverkehr freigegeben. Die „Ausnahmeregelung“ ist kein Standard für deutsche Großstädte. Sie bedingt u.a. „vorausschauendes Fahren und nur bei ausreichend Platz überholen“, „Geschwindigkeit dem Fußverkehr anpassen“ und damit absolute Rücksichtnahme.
Michael Schwan sieht wilde Szenen rund um Kölner Dom
Doch davon ist wenig zu sehen. Ist dieses „Ur-Vertrauen“ also noch zeitgemäß? Vor allem mit Blick auf den hektischen Sommer?

Die Stadt Köln hat schon mit einer Kampagne „Rücksicht schenkt Dir ein Lächeln“ reagiert: „Je voller Straßen und Plätze sind, desto wichtiger ist Rücksicht. Deshalb sind ab heute (28. April 2026) zwei Kampagnenmotive für zwei Wochen auf Plakatflächen in der ganzen Stadt zu sehen.“
Der Vollblut-Karnevalist und frühere Moderator Schwan hat indes eine eindeutige Meinung.
„Ich war schon in vielen Fußgängerzonen auf der ganzen Welt unterwegs und sie waren das, was man erwartet, Zonen ausschließlich für Fußgänger! In Köln ist das anders, auch Fahrradfahrer haben hier freie Fahrt. Zwar mit Auflagen, aber an die hält sich kaum jemand. Da wird in die Pedale getreten, was die Beinmuskeln oder der E-Motor hergeben“, hat Schwan beobachtet.

Er ärgert sich: „Die Damen und Herren vom Ordnungsamt sind zwar präsent, gucken aber gerne weg. Vermutlich ist es einträglicher und weniger stressig, Falschparker am Rande der Fußgängerzone aufzuschreiben, als sich mit vogelwilden Radfahrern, Pizzaboten, Rikschas und Elektrorollern anzulegen…Da gibst Du ein ganz schwaches Bild ab, liebe Stadt Köln“
Vor allem bei den Touristen!
Die müssen bekanntlich demnächst nicht nur für den Dom-Besuch Extra-Kohle berappen, sondern werden vielleicht auch noch über den Haufen gefahren.
„Besonders sind auch die ganzen ausländischen Besuchergruppen mit ihren Stadtführern betroffen, da guckst du nur in ungläubige Augen, wenn sich da Radfahrer durchschlängen“, so Schwan.