
Köln | Es war eigentlich alles angerichtet für einen tollen Eishockeysonntag. Auf dem Plateau der Lanxess-Arena war vor dem ersten Bully ein großes Fanfest aufgebaut, das Henkelmännchen war zum zehnten Mal in Serie rappelvoll und die Spieler wollten eine Wiedergutmachung für das 1:5 bei den Adler Mannheim am Freitagabend betreiben.
- Kölner Haie verlieren gegen die Eisbären Berlin
- Kölner Haie bleiben zum zweiten Mal in der Saison ohne ein eigenes Tor
- Maximilian Kammerer gibt Comeback im Trikot der Kölner Haie
Doch nach den 60 Minuten gab es beim souveränen Spitzenreiter nur hängende Köpfe. Denn die Mannschaft von Kari Jalonen verlor gegen die Eisbären Berlin verdient mit 0:1 und blieb zum zweiten Mal in der Spielzeit ohne einen eigenen Treffer. Zuletzt war dies beim 0:2 gegen München am 2. November. Zudem war es das dritte Wochenende ohne einen eignen Punkt.
Kölner Haie legen Fokus auf die Playoffs
Doch der Fokus im Team richtete sich schnell auf die schönster Eishockeyzeit des Jahres. Maximilian Kammerer betonte: „Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir bereits den ersten Platz gesichert haben. Wir wollen in den letzten beiden Hauptrundenbegegnungen zwei Siege holen und dann mit einem guten Gefühl in die Playoffs gehen.“
Vor dem Start war die Stimmung im Henkelmännchen prächtig. Verteidiger Jan-Luca Sennhenn wurde für sein 300. DEL-Spiel geehrt, zudem feierten die Anhänger einen neuen europäischen Fanrekord. In den 26 Heimpartien strömten 470.904 Besuchern, 15 Mal gab es ein volles Haus. Pro Spiel waren es 18.112. Über die ganze Saison kommt der KEC auf eine Auslastung von über 97%. Die ersten beiden Viertelfinal-Heimspiele waren auch binnen einer Stunde ausverkauft.
Kölner Haie erleben wunderbare Entwicklung
„Es ist eine wunderbare Entwicklung, die wir gemeinsam mit unseren Fans über die vergangenen Jahre vorangetrieben haben. Die Marke der Kölner Haie hat einen großen Wachstum zu verzeichnen. Die Mannschaft trägt dazu in diesem Jahr mit ihren Leistungen bei“, erklärte Geschäftsführer Philipp Walter.
Gegen die Eisbären reichte die Vorstellung aber nicht aus, um den 17. Erfolg auf eigenem Eis zu landen. Die Haie begannen zwar druckvoll und hatten zu Beginn durch Gregor MacLeod, dem genesenen Kammerer sowie Valtteri Kemiläinen drei gute Möglichkeiten, doch Jonas Stettmer zeigte sich aufmerksam im Eisbärenkäfig.
„Ich habe mich gut gefühlt, sonst hätte ich nicht gespielt. Es war eine lange Zeit, so lange war ich noch nie weg. Es war ein schönes Gefühl dabei zu sein, besonders zu Hause. Es hat Spaß gemacht. Leider haben wir nicht gewonnen“, sagte Kammerer nach seinem überraschenden Comeback.

Das lag daran, dass die Berliner einmal trafen, die Haie dagegen nicht. Der amtierende Meister ging in der 19. Minute in Führung. Andreas Eder hatte sich vor dem Kölner Tor gegen Sennhenn durchgesetzt und drückte den Puck aus kurzer Distanz über die Linie.
„Es ist eine intensive Partie, die sich schon wie ein Playoff-Spiel angefühlt hat. Beide Mannschaften haben wenig Zeit und Raum, deshalb müssen wir konsequenter und präziser in der Offensive agieren“, meinte der Kölner Stürmer Tanner Kero.
Den Haien fehlte dagegen das Durchsetzungsvermögen vor dem Tor, sie leisteten ungewöhnlich viele Fehlpässe, sie hatten viele Missverständnisse im Aufbauspiel und verloren die entscheidenden Zweikämpfe. So hatte es der Titelverteidiger relatv einfach, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen und im Kampf um die direkte Viertelfinalqualifikation drei wichtige Punkte zu entführen.
Eisbären Berlin machten einen guten Job
„Die Eisbären haben einen guten Job gemacht und sehr aggressiv gespielt, Wir hatten einige Chancen, aber diese nicht reingemacht. Es fehlte ein wenig der Wille, das Tor wirklich zu machen“, analysierte Kammerer nach der zweite Heimschlappe gegen die Hauptstädter.
Am Freitag reisen die Haie zu den Grizzlys Wolfsburg, ehe das Team am Sonntag im letzten Hauptrundenspiel bei den Straubing Tigers gastieren.