
Düsseldorf/Köln | Es ist ein Bild, das mehr sagt als tausend Worte.
Sieben FC-Fans, Arm in Arm aufgereiht beim Spiel ihrer Geißböcke in Augsburg. Leider bekam das Septett beim 0:2 die schlechteste Saisonleistung zu sehen. Doch das war angesichts der symbolischen Aktion, die die Anhänger auf den Rängen beim katastrophalen Auswärtsspiel in Bayern zeigten, am Ende Nebensache.
Denn die Freunde trugen einheitlich die 24 auf dem Rücken mit dem darauf geflickten Namen Fabrice. koeln0221 hatte bereits mehrmals exklusiv vom tragischen Schicksal des getöteten FC-Fans Fabrice R. (†20), der infolge eines „Uber-Irrtums“ Anfang Februar von einem offenbar Irren erschlagen worden war, berichtet.
Nationalspieler: Shopping-Video nach der Pleite
Infolge der Urnenbeisetzung vergangenen Dienstag, als bereits das Banner aus der Südkurve in Gedenken an den erschlagenen jungen Mann am Friedhofszaun in Merkenisch angebracht war, folgte nun die nächste Maßnahme gegen das Vergessen. Denn eigens zum Auswärtsspiel solidarisierten sich die sieben Fans, Angehörige und Freunde von Fabrice, mit ihm und trugen „sein Trikot“.
Umso blamabler, dass der FC unter Trainer Lukas Kwasniok solch eine erbärmliche Leistung beim 0:2 ablieferte und unterging und die Erinnerung an die Reise so im Nachhinein trüben wird.

Nach dem Debakel in Augsburg schrillen am Geißbockheim indes eh wieder die Alarmglocken. Hartnäckigen, aber unbestätigten Gerüchten au der Fanszene zufolge könnte „Chaos-niok“ bei einer Heimpleite gegen den favorisierten BvB am Wochenende darauf ein Endspiel beim HSV haben.
Tenor: Beim anschließenden Derby gegen den verhassten Erzrivalen Borussia Mönchengladbach wolle man kein Pulverfass im RheinEnergieSTADION haben. Doch bislang stellen sich die Verantwortlichen noch bei den hiesigen Depeschen vor den angezählten gebürtigen Polen, der mit 24 Punkten aus 24 Spielern nur die Zahlen eines biederen Abstiegskandidaten vorweisen kann.
Für Fragezeichen sorgte nach der Partie übrigens auch Said El Mala. Kölns statistisch bester Feldspieler, der mehrheitlich in dieser Saison aber nur von der Bank beginnt, postete in den sozialen Medien nach dem schwachen Auftritt einen Werbe-Clip, in dem er gemeinsam mit seinem Bruder offenbar beim Shoppen in einem Düsseldorfer (!) Mode-Store zu sehen ist.
Es wäre wohl besser gewesen, Punkte statt Klamotten zu holen. Vom Bundestrainer gab es derweil eine Ansage im „Kicker“.
Julian Nagelsmann über El Mala: „Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig. Und das liegt nicht am Trainer, was man dann oft meint, sondern es liegt an ihm selbst, wie stabil er in der Defensive arbeitet.“