
Köln | Eine Fußball-Legende darf sagen, was sie denkt.
Erst Recht unser Dieter Müller.
Ein Mann, der keinem Zweikampf aus dem Weg ging, am Fließband knipste – und anders als mancher Andere seinen Mann auf dem Feld stets stand.
Wie sieht der frühere Double-Held des 1.FC Köln von 1978 und Torkönig der EM 1976 das schmachvolle Elfmeter-Aus der DFB-Elf gegen Paraguay im sogenannten Sechzehntel-Finale bei der Fußball-WM?
Das Interview mit Müller, der bereits vor Beginn des Turniers skeptisch war und daraus keinen Hehl machte.
Herr Müller, Deutschland ist gegen Underdog Paraguay nach Verlängerung und Elfmeterschießen raus. Haben Sie sich geschämt?
DIETER MÜLLER: Den Begriff mag ich nicht. Es war zuwenig. Aber schämen trifft es nicht.
DFB-Legender Dieter Müller rechnet mit Versagern ab
Was war ausschlaggebend für dieses Fiasko?
Müller: Da war zuviel Unruhe. Von Anfang an. Keine klare Linie. Nichts. Du wusstest ja nie, wofür diese Mannschaft stehen soll. Da hat Empathie gefehlt.
Florian Wirtz dann auf links? Leroy Sané mit Freibrief auf rechts? Josh Kimmich war auch verschenkt da auf rechts. Da sind die Innenverteidiger doch geschwommen. Im Nachhinein mag es leicht klingen, aber wir alle – wussten es eh, was kommt.

Viele rufen jetzt nach ihm: Muss jetzt Jürgen Klopp Deutschland retten?
Müller: Ich denke nicht, dass der das macht. Aber vielleicht der Joachim Streich. Fakt ist: So geht es nimmer weiter. Bitte.
Nüchtern gefragt: Was heißt das für die blanken Total-Versager, neben dem von Volker Struth beratenen Julian Nagelsmann der Ex-Viktoria Köln-Mann Andi Rettig und Rudi Völler?
Müller: Rudi ist halt der Rudi. Ich mag ihn ja eh.
Aber ich weiß aber auch nicht, was sich da genau abgespielt hat. Immer diese Harmonie. Diese Vorgelebte. Sorry. Das war vielleicht zuviel: Wir haben uns alle lieb.