Heute: Januar 9, 2026
Januar 8, 2026
2 mins read

„Bombige“ Köln-Jahresbilanz: Alle 20 Tage eine Evakuierung!

Köln | Es betrifft uns alle. Bis heute. . .

Die Stadt Köln gab heraus: „Welche Spuren der Zweite Weltkrieg im Kölner Boden hinterlassen hat, zeigen die stetigen Kampfmittelfunde bei Bau- und Sondierungsarbeiten im gesamten Stadtgebiet. Besonders die Evakuierungen zur Entschärfung von Blindgängern beeinträchtigen regelmäßig den Alltag der Kölner*innen in den Veedeln. Der Bereich „Kampfmittelangelegenheiten“ des Ordnungsamtes der Stadt Köln hat für 2025 wieder Bilanz gezogen.

Im vergangenen Jahr wurden auf Kölner Stadtgebiet insgesamt 50 Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden:

Sprengbomben
Darunter waren 24 sogenannte Sprengbomben. Diese machten 19 Evakuierungen der Bevölkerung nötig. 23 Sprengbomben wurden per Entschärfung beseitigt (21-mal Aufschlagzünder, zweimal Langzeitzünder); eine hatte keinen funktionsfähigen Zünder mehr und konnte durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf (KBD) gefahrlos abtransportiert werden.

Von den 24 Sprengbomben wurden 21 bei geplanten Sondierungen gefunden, drei zufällig bei Bauarbeiten. Die größten Blindgänger waren zwei 20-Zentner-Bomben, die im Juni 2025 im Bereich der Deutzer Werft in Köln-Deutz entdeckt wurden. Ferner waren es fünf Zehn-Zentner-Bomben, 16 Fünf-Zentner-Bomben und eine Zweieinhalb-Zentner-Bombe.

Brandbomben
Im Verlauf des Jahres wurden außerdem 26 Brandbomben gefunden. Diese konnten allesamt durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) gefahrlos abtransportiert werden, ohne dass besondere Maßnahmen getroffen werden mussten. Außerdem wurden 27 kleinere Kampfmittel wie Granaten, Munition und ähnliches entdeckt. 16 verdächtige Gegenstände stellten sich nicht als Kampfmittel heraus.

Die meisten Bomben wurden donnerstags gefunden (jeweils sieben Bomben), die wenigsten mittwochs und freitags (jeweils zwei). Fundzeitpunkt war in den meisten Fällen zwischen 7 und 11 Uhr (jeweils neun), in den wenigsten Fällen zwischen 11 und 13 Uhr (jeweils eine).

Evakuierungen
Von den notwendigen 19 Evakuierungen waren im Jahr 2025 insgesamt 69.562 Kölner*innen betroffen. Die meisten, rund 20.500 Anwohner*innen, mussten ihr Zuhause im Juni für die Entschärfung im Bereich der Deutzer Werft in der Kölner Innenstadt verlassen. Die wenigsten Anwohner*innen, nämlich niemand, waren im Januar 2025 am Auenweg in Köln-Weiß (Weißer Bogen) betroffen. Im Durchschnitt waren im vergangenen Jahr 3.661 Anwohner*innen zu evakuieren.

Am längsten dauerte die Evakuierung im Mai 2025 im Bereich Hardefuststraße/Sachsenring in der Neustadt/Süd. Von der Alarmierung bis zum Einsatzende vergingen etwa 16 Stunden. Der Einsatz über Nacht war nötig geworden, weil die amerikanische Sprengbombe durch ein Baustellenfahrzeug bewegt worden war und unverzüglich entschärft werden musste.

Die Mitarbeiter*innen des Kommunalen Ordnungsdienstes leisteten für die Evakuierungen fast 18.650 Arbeitsstunden, im Durchschnitt waren pro Evakuierung 63 Außendienstkräfte gebunden. Insgesamt kümmerte sich das Ordnungsamt mit seinen Partnern von Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen um 644 Krankentransporte (durchschnittlich 34 Transporte pro Evakuierung). 2.580 Personen suchten zur Betreuung die Anlaufstellen auf (durchschnittlich 136 Personen pro Evakuierung). Rund 6.300 betroffene Anwohner*innen waren über 75 Jahre alt (durchschnittlich 331 Personen über 75 Jahre pro Evakuierung).  

Sondierungsarbeiten
Die Fachgruppe „Kampfmittelangelegenheiten“ im Ordnungsamt der Stadt Köln erreichten im Jahr 2025 insgesamt 3.209 Anträge auf Luftbildauswertung aus privater und öffentlicher Hand. 2025 waren 2.242 Fälle in laufender Bearbeitung – daraus resultierten im vergangenen Jahr unter anderem 1.301 Anträge auf konkrete Kampfmitteluntersuchungen. Die Mitarbeitenden nahmen 129 Ortstermine im Jahr 2025 wahr.

Die Sondierungsmaßnahme Anfang Juni 2025 an der Deutzer Werft war mit drei Kampfmittelfunden und mehr als 20.000 betroffenen Anwohner*innen die größte bisher dokumentierte Nachkriegsevakuierung in Köln und somit eine besondere Herausforderung für die Stadt Köln. Dutzende Medienvertreter*innen aus dem In- und Ausland berichteten über den Tag verteilt von der Maßnahme.

Die Fachgruppe „Kampfmittelangelegenheiten“ ist regelmäßig mit Baustellen-Kontrollen unterwegs, um zu prüfen, ob sich Bauträger*innen und privat beauftragte Fachfirmen in Köln an die Vorgaben der Kampfmittelverordnung des Landes NRW halten. Im vergangenen Jahr wurden 60 Baustellen-Kontrollen durchgeführt.“

Teile gerne diesen Beitrag

Previous Story

Bibber-Warnung für Köln: Werden Friedhöfe geschlossen?

Next Story

Nanu? Transfer-Flop grüßt wieder im FC-Trikot!

Latest from Blog

Go toTop

Don't Miss

EXKLUSIV Neumarkt: Anwohner wegen Drogenbude auf Barrikaden

Köln | Die Debatte um den Drogenhotspot Neumarkt – sie

Nanu? Transfer-Flop grüßt wieder im FC-Trikot!

Rackow | Niemals geht man so ganz? Zumindest kann man
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner