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Haie: Fundament ist gelegt, aber nicht vollendet

Der finnische Stürmer Juhani Tyrväinen bleibt eine weitere Saison bei den Kölner Haien. Foto: Denis Wroblewski

Köln | Es hat für die Kölner Haie erneut nicht zum großen Wurf gereicht. Der Vizemeister verlor eine spannende Halbfinalserie gegen die Eisbären Berlin in sechs Partien und musste nach der 1:4-Heimniederlage am Montagabend erneut den Traum von der neunten Meisterschaft um ein weiteres Jahr begraben.

  • Kölner Haie hadern mit Halbfinal-Aus gegen Eisbären Berlin
  • Kölner Haie konnten ihre Playoff-Ziele nicht erreichen
  • Kölner Haie bauen neues Team für die kommende DEL-Saison

Denn der amtierende Meister zeigte dem Team von Cheftrainer Kari Jalonen auf, warum der Titel einmal mehr nur über die Hauptstädter geht. Die Mannschaft von Serge Aubin, der in der DEL mit Berlin noch keine Playoff-Serie verlor, hat den Hunger, die nötige Erfahrung in engen Spielen und die Meister-DNA, um am Ende erfolgreich zu sein.

Das zeigten die Eisbären einmal mehr in den sechs Duellen gegen den Hauptrundensieger. Eiskalt vor dem Tor, hart in den Zweikämpfen, nie abkommen vom Spielplan und immer einen kühlen Kopf bewahren – so holte der Klub in den vergangenen fünf Jahren vier Meisterschaften. Nun soll der nächste Coup im Finale gegen die Adler Mannheim folgen.

Trauer bei Kölner Haien ist nach Halbfinal-Aus groß

Dagegen war die Trauer bei den Haien groß, so groß waren die Hoffnungen, Emotionen und Voraussetzungen endlich mal wieder ganz oben auf dem deutschen Eishockeythron zu stehen, seit Jahren nicht.

Die Mannschaft schloss die Vorrunde mit 116 Punkten ab, holte 39 Siege, schoss die meisten Tore, spielte eine konstante und bärenstarke Runde, feierte die längste Siegesserie der Ligageschichte und war der Favorit auf den Titel.

Dementsprechend frustriert zeigten sich die Spieler nach dem Halbfinal-Aus: „Wir haben unsere Ziele nicht erreicht. Natürlich wollten wir in den Playoffs mehr Erfolg haben“, gab Nationalspieler Parker Tuomie zu. „Die Eisbären haben aber mal wieder gezeigt, dass sie verdient Meister sind. Sie spielen so eine Serie einfach eiskalt aus. Wir konnten ihnen unser Spiel nie richtig aufdrücken.“

Zwar waren die sechs Begegnungen wesentlich enger als noch die fünf Aufeinandertreffen im Vorjahr, als der KEC eine einseitige Serie mit 1:4-Siegen und 3:27 Toren verlor, doch es fehlte erneut ein Quäntchen, um den Abo-Meister zu stürzen. „Es war ein Schritt nach vorne im Vergleich zum letzten Spielzeit, aber es war nicht genug“, analysierte Tuomie.

Nationalspieler Parker Tuomie wird die Kölner Haie nach der Saison in Richtung Bremerhaven verlassen. Foto: Denis Wroblewski

Der Stürmer, der die Haie wohl in Richtung Bremerhaven verlassen wird, wollte seinem Team nichts absprechen: „Wir wollten es ja auch. Jeder hatte den Traum, Willen und Ehrgeiz, Meister zu werden. Aber leider passiert es gefühlt jedes Jahr, dass man an Berlin scheitert.“ In den vergangenen drei Jahren waren die Eisbären für Tuomie immer Endstation in den Playoffs – zunächst mit den Straubing Tigers, danach zweimal mit Köln!

Kölner Haie: Trainer Jalonen ist stolz auf sein Team

Auch Jalonen schaffte es zweimal nicht, die Eisbären aus den Playoffs zu werfen. „Die besten Teams setzen sich am Ende einer Serie durch. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen und ein negatives Wort verlieren. Wir hatten im Halbfinale mit einigen kleinen Verletzungen zu kämpfen, aber das passiert jedem Klub“, sagte der scheidende Trainer. „Jetzt ist es an der Zeit, Köln zu verlassen und nach Hause zu gehen.“

Ein weiterer Grund für das Halbfinal-Aus war für die Akteure eine besondere Ansetzungsregel, die bei den Haien zur Anwendung kommt. Damit in der großen Lanxess-Arena, die für viele Konzerte und Events Monate im Voraus geblockt wird, verlässlich gespielt werden kann, starten die Kölner unabhängig von ihrer Hauptrundenposition stets mit einem Auswärtsspiel in eine Playoff-Serie. 

„So standen wir gegen Berlin nach den Auswärtsniederlagen immer unter Druck nachziehen zu müssen“, erinnert sich Dominik Bokk. Ähnlich äußerte sich Tuomie: „Natürlich wäre das was anderes gewesen, wenn wir zu Hause angefangen hätten. Dann ist das auch eine andere mentale Sache, Berlin hätte immer nachziehen müssen.“

So heißt es nun für die Haie: Wunden lecken und nach vorne sehen: Denn das Fundament ist gelegt, es muss nur vervollständigt werden. Dafür soll mit Thomas Berglund ein neuer Trainer sorgen, der das Amt von Kari Jalonen übernimmt. Der Schwede ist ein erfahrener Coach und soll die imposante Arbeit des Finnen fortführen.

Kader der Kölner Haie wird sich verändern

Dabei wird sich der Kader verändern. Neben Tuomie werden auch Torwart Tobias Ancicka (Augsburger Panther), Oliwer Kaski (Malmö Red Hawks), Sten Fischer (Düsseldorfer EG), Dominik Uher (Löwen Frankfurt) und Nate Schnarr (HC Ambri-Piotta) Köln verlassen. Ob Haie-Legende Moritz Müller noch eine weitere Saison dranhängen wird, entscheidet sich erst in den nächsten Wochen.

Die Arbeitspapiere von Torhüter Janne Juvonen, den Abwehrspielern Valtteri Kemiläinen, Veli-Matti Vittasmäki und Jan-Luca Sennhenn sowie den Angreifern Louis-Marc Aubry, Juhani Tyrväinen und Frederik Storm wurden verlängert.

Zudem werden als Verstärkungen gehandelt: U20-Nationalverteidiger Carlos Händel, der aus Halifax nach Deutschland zurückkehrt, Marcel Noebels (Eisbären Berlin), Daniel Fischbuch (Iserlohn Roosters), Tim Fleischer (Straubing Tigers) sowie Markus Ljungh aus Schweden von HC Linköping.

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