
Köln | Nach dem 5:1-Triumph im zweiten Halbfinale gegen die Eisbären Berlin gingen die Fans der Kölner Haie mit einem guten Gefühl nach Hause. „Jetzt sind wir in den Köpfen der Eisbären. Am Mittwoch war es noch umgekehrt“, sagte ein Anhänger feixend.
- Kölner Haie freuen sich über den Sieg gegen die Eisbären Berlin
- Kölner Haie wollen am Sonntag bei den Eisbären Berlin den zweiten Sieg landen
- Yannick Veilleux droht eine Spielsperre nach einem harten Crosscheck
Es war ein Satz mit Symbolcharakter, denn die Leistung des KEC ging nicht nur den treuen Besuchern, sondern auch dem Gegner unter die Haut. Denn Yannick Veilleux leistete sich drei Minuten vor der Sirene einen unnötigen und feigen Crosscheck gegen Juhani Tyrväinen und musste per Spieldauerstrafe vom Eis.
Die DEL wird sich die Situation noch einmal anschauen, dem Berliner Stürmer droht eine weitere Strafe. Möglicherweise wird der Torschütze zum 1:0 dem Titelverteidiger im dritten Duell am Sonntag in Berlin nicht zur Verfügung stehen.
Kölner Haie zeigen bärenstarke Leistung
Die Sieger wollten dagegen lieber über ihre bärenstarke Leistung sprechen. Ab dem Start des zweiten Drittels waren die Eisbären chancenlos, ein furioser Mittelabschnitt sorgte für den letztlich deutlichen Sieg der Gastgeber.
„Die Mannschaft wollte das Spiel heute unbedingt gewinnen. In einer Playoff-Serie musst du dich von Spiel zu Spiel steigern und verbessern. Wir sind heute besser Schlittschuh gelaufen als im ersten Spiel und auch in den Zweikämpfe waren wir ein wenig besser. Und auch taktisch haben wir uns gesteigert“, erklärte Kölns Trainer Kari Jalonen zufrieden.
Der Finne forderte zudem: „Das müssen wir mit in das nächste Spiel nehmen. Das Mentale spielt in solchen Spielen immer eine große Rolle. Das haben wir heute gut gehändelt.“
Und auch den Spielern fiel ein Ballast ab, nachdem es zum Start der Serie am Mittwoch eine klare 3:6-Niederlage in der Hauptstadt gegeben hatte.
Kölner Haie kommen spät in den Rhythmus
„Wir wussten, dass es heute ein schweres Spiel werden wird. Berlin hat zu Beginn sehr hart gespielt. Wir mussten erstmal in unser Spiel kommen, das haben wir ab dem zweiten Drittel geschafft“, meinte Spielmacher Gregor MacLeod, der das 5:1 erzielte.
Für ihn sei es keine Überraschung gewesen, dass seine Mannschaft ab der 21. Minute aufdrehte: „Über die gesamte Saison waren wir im zweiten Drittel immer recht gut. Wir hatten nach dem ersten Drittel gute Gespräche in der Kabine und haben die nötigen Anpassungen vorgenommen.“
Man merkte den Haien zuvor an, dass der Respekt vor dem Abo-Meister der vergangenen Jahre groß war und die Auftakt-Niederlage noch in den Kleidern hing. Die Berliner dominierten zunächst, ehe sich der KEC selbst aus dem Sumpf zog, auftrumpfte und die nötigen Tore erzielte.
Patrick Russell erzielt Doppelpack für Kölner Haie
Patrick Russell mit einem Doppelpack sowie Dominik Bokk, Louis-Marc Aubry und MacLeod sorgten für Partystimmung im Haifischbecken. „Es war unheimlich wichtig, dass Spiel zu gewinnen. Heute waren erneut so viele Fans hier, sie haben uns viel Energie gegeben. Das war am Ende der größte Faktor.“

Es war ein Erfolg für die Seele und für das Wissen, den Champion auch zu besiegen. Das soll nun auch am Sonntag in der Uber-Arena klappen. Sollte der Hauptrundensieger ein Coup in der Hauptstadt landen, hätten sich die Kölner noch tiefer in die Berliner Gedanken gebracht. Und der Traum von der ersten Meisterschaft seit 25 Jahren wäre realistischer denn je.
Eisbären wollen sich nicht kampflos ergeben
Kampflos ergeben wollen sich die Eisbären aber nicht: „Respekt an Köln, sie haben gut dagegengehalten. Wir haben aber ab dem Mitteldrittel nicht mehr das gemacht, was nötig gewesen wäre. Wir werden aus dieser Partie lernen und uns auf das nächste Spiel am Sonntag vorbereiten“, sagte Coach Serge Aubin angriffslustig.