
Köln | Die Nachricht schlug in der jecken Szene ein wie eine Bombe.
Nachdem koeln0221 die traurige Kunde vom Tode des beliebten Harald Müller (†61) am Montagnachmittag öffentlich gemacht hatte, blieben tausende Reaktionen in der jecken Szene nicht aus und Medien übernahmen diese.
Ob seine Grossen Braunsfelder oder die 1. Straßenbahnsitzung, Dino Massi und die Prinzengarde – bei sämtlichen Größen des kölschen Fasteleer regiert das nackte Entsetzen ob des plötzlichen Todes des Kraats aus Franken, der als „Prinz Pascha“ in Pulheim und Köln die Szene aufmischte.
Und zum 100. Jubiläum der Ahl Häre in diesem Jahr erneut das Trifolium angeführt hätte!
Einfach tragisch, dass, wie sein tapferer Filius Florian koeln0221 bestätigte, offenbar ein Herzinfarkt dem Gastronomen unvermittelt das Leben mit gerade einmal 61 Jahren (!) kostete.

Natürlich schwelgen die Jecken gern in Erinnerungen über das Original, das als Verantwortlicher des einstigen Vereins „Pascha für Menschen in Not e.V.“ als Big Spender in der Stadt immer wieder für Überraschungen sorgte und als „Prinz Pascha“ den Unmut von Feministinnen wie Alice Schwarzer auf sich zog.
Schlagerstar beugte sich dem öffentlichen Druck
So traten diverse Größen der Musikszene aus dem Karneval in Müllers schmummrigem Table Dance Laden direkt neben dem Eingang zum Laufhaus auf der Hornstraße auf, was gesellschaftliche Diskussionen über Moral zur Folge hatte und Müllers anrüchigem Laden Aufmerksamkeit ohne Ende bescherte.

So gaben u.a. die Bläck Fööss im Club vor 150 Zuhörern ein Konzert und posierten mit den Grazien auf der Bühne, was manche Kölnerinnen und Kölner empörte, die Band aber kalt ließ.
Den Vogel schoss Müller, der auch Spiritus Rector für unseren Loss mer Schwade-Talk als „Geburtshelfer“ einst war – und schon mal gern für eine Kölner Obdachlosen-Initiative die Spende auf 11.111 Euro an einem Talkabend „Em Hähnche“ spontan aufrundete – mit einem anderen Promi ab.

Er schaffte es echt, Schlager-Legende Andy Borg, dessen Musik Müller privat selbst überaus gern hörte, für einen Auftritt im Rahmen von „Pascha für Menschen in Not e.V.“ zu gewinnen.

Erst auf massiven öffentlichen Druck sagte Borg seinen zunächst zugesagten Auftritt im „Pascha Nightclub“ doch noch ab und so traten Nino de Angelo, Bernice Ehrlich und JP Weber am 20. März in der „Pascha Konzertnacht“ ohne das Highlight, Stargast Borg auf, die Eintrittspreise setzte Müller daher auf 35,- Euro herab.
Borg selbst, so hieß es, musste die 10 Mille Gage zurückzahlen.
Müller war es schnuppe, die Schlagzeilen („Karriere verpufft“) und das überregionale Medienecho waren dem cleveren Franken und seinem zwielichtigen Etablissement sicher gewesen.