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„Ein Witz!“ – Wann kommt endlich dieses Keupstraßen-Mahnmal?

Der Entwurf aus der PM der Stadt Köln vom 12. Mai 2022.

Köln | Die Mitteilung ist noch immer online und auf der Seite der Stadt Köln zu finden.

„Standort für Denkmal in der Keupstraße geklärt“, titelte man dort am 12. Mai 2022, „Das Denkmal an der Keupstraße zur Erinnerung an den Anschlag des NSU kann an dem von vielen gewünschten Standort im Bereich Keupstraße/Schanzenstraße verwirklicht werden. Nach Jahren des Stillstands hat dies ein Besitzwechsel des Grundstücks möglich gemacht.

Köln-Mülheim: Obdachlose von Baggern vertrieben

Die neue Eigentümerin, die „gentes Gruppe“ aus Düsseldorf, hat die entsprechende Grundstücksfläche zur Verfügung gestellt. Zu einem symbolischen Preis  werden die Eigentumsrechte für die Platzfläche auf die Stadt Köln übertragen. Es wird zwar noch ein paar Jahre dauern, bis die Gebäude errichtet sein werden und mit dem Bau des Denkmals begonnen werden kann. Doch die Realisierung des Denkmals rückt nun in greifbare Nähe.“

Auch Ex-OB Henriette Reker wurde damals fast triumphierend zitiert: „Ich bin froh, dass das Denkmal nun endlich errichtet werden kann. Ich habe mich immer für das Denkmal eingesetzt.“

Und nun, fast vier Jahre danach? Ist der Entwurf des Berliner Künstlers Ulf Aminde noch immer nur auf (virtuellem) Papier vorhanden. Stattdessen hatten sich gar umher streunende Obdachlose zuletzt auf dem Areal breitgemacht.

Dass diese nun – wohl nur des öffentlichen Drucks wegen – durch Bagger am Donnerstagmorgen aus dem Schlaf „wachgeküsst“ wurden, wie der KSTA zuerst berichtete, kann laut des langjährigen Mülheimer Bezirksbürgermeisters kaum als Erfolg gewertet werden.

Ex-Bürgermeister Norbert Fuchs (SPD)

„Super, dass der Grundstückseigentümer jetzt nach Monaten endlich seinen Verpflichtungen zur Sicherung des Grundstücks auf Druck der Öffentlichkeit, der IG Keupstraße und insbesondere unseres Bezirksbürgermeisters Vincent Morawietz (SPD) nachkommt“, sagt Norbert Fuchs (SPD) auf Nachfrage von koeln0221.

Dies als großen Erfolg darzustellen, sei aber „ein Witz. Damit wird der Schandfleck beseitigt, aber Abriss bedeutet noch lange nicht, dass auch gebaut wird. Das kann man täglich an der alten Industriebrache im Mülheimer Süden an der Deutz-Mülheimer-Straße sehen. Wann Baubeginn ist, steht noch immer in den Sternen.

Wir wollen an der Baustelle endlich Kräne sehen, die sich drehen. Dann gäbe es auch eine zeitliche Perspektive für die Errichtung des NSU-Mahnmals. Hier ist jetzt der Grundstückseigentümer in der Pflicht.“

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