
Köln | Was für ein Mittwoch war das im Kölner Milieu und für die Nostalgiker der aus ihrer Sicht guten, alten Zeit. . .
Von wegen 1. April: Die Todesmeldungen waren echt. So schwappte aus Düsseldorf die Kunder über den Rhein, dass Pferde-Großzocker Anton Kurth alias „Tapeten-Toni“ verstorben ist.
Und in der Domstadt selbst ist die Trauer um den allerorts beliebten Glatzkopf und Ex-Diskothekenbesitzer Manfred Schall, Spitzname: „Die Botteram“ (Das Butterbrot) riesengroß.
Fassungslos sind die Mitarbeiter und die die Familienmitglieder der Mauritius Hotel & Therme im Herzen der Kölner City am Mauritiuskirchplatz, wo „die Botteram“ seit Jahrzehnten ein und aus ging und quasi zum Inventar galt.
City: Manni Schall war guter Geist im Mauritius Hotel
Im weißen Bademantel schaute der bärtige Kauz, von dem es heißt, dass er auch einst in Köln viel geerbt hatte, stets nach dem Rechten, stand der Belegschaft als Beichtvater und Lebensratgeber an guten und schlechten Tagen zur Seite.
Für seine engen Freunde galt Schall als vernarrter Gesundheitsfetischist, der sich streng nach Plan vorbildlich ernährte. Und der ein Geheimnis hütete: Niemann durfte am besten sein Alter wissen – und schon gar nicht drüber sprechen!

Unglaublich, wenn man Fotos von dem Mann sieht, aber „Die Botteram“ starb im besten Saft stehend mit 79 (!) Jahren.
In den letzten Momenten war der frühere „Le Bateau“-Chef vom Ring nicht alleine, die langjährigen Mitarbeiter und die treue Familie Wiese blieb im Krankenhaus an seiner Seite.
Leider soll ausgerechnet der so bewusst lebende Diät-Fanatiker Botteram eine Bronchitis verschleppt und infolge dessen an einem Herzinfarkt verstorben sein.
Doch die Freunde sind sich zum Trost einig: er hat ein erfülltes Leben gehabt. . .