
Köln | Es war 23:39 Uhr, als die Lanxess-Arena explodierte. Jan-Luca Sennhenn hatte von der blauen Linie abgezogen, der Puck flog an Freund und Feind vorbei ins Schwenninger Tor. Es war das 2:1 für die Haie und der entscheidende Treffer in der Viertelfinalserie.
- Die Kölner Haie besiegen die Schwenninger Wild Wings nach Verlängerung
- Die Kölner Haie feiern den vierten Sieg im Viertelfinale der Playoffs
- Die Kölner Haie ziehen im Schnelldurchgang ins DEL-Halbfinale ein
Der KEC fertigt die Schwarzwälder in vier Spielen ab und steht vorzeitig im Halbfinale. Die Kölner dürfen so die Füße über die Ostertage hochlegen, der Gegner wird in den anderen Serie noch ermittelt.
„Das war pures Playoff-Eishockey. Es war so aufregend, beide Mannschaften hatten genügend Möglichkeiten“, atmete Trainer Kari Jalonen erleichtert auf.
Im Kader der Haie feierte Marco Münzenberger sein Debüt in den Playoffs, der Frederik Storm ersetzte. Zudem rückte Juhani Tyrväinen wieder in die Mannschaft, dafür erhielt Tanner Kero eine Pause.
Nach drei Niederlagen in Folge gingen die Gäste eine härtere Gangart gegen die Haie, sie provozierten in vielen Aktionen und versuchten dem KEC unter die Haut zu gehen.
Im ersten Drittel gab es bereits 34 Strafminuten
Und die Gastgeber gingen keinem Zweikampf aus dem Weg, so dass es gleich zwei Faustkämpfe im ersten Abschnitt gab. Kevin Niedenz wehrte sich gegen Will Weber, genauso wie Tyrväinen gegen Jordan Szwarz. Am Ende der ersten Abschnitt hatten die Unparteiischen bereits 34 Strafminuten verteilt.

Offensivaktionen waren dagegen Mangelware. Die Haie agierten recht abwartend und warteten auf Fehler der Wild Wings, ähnlich war die Ausrichtung der Schwenninger. Oliwer Kaski und Dominik Bokk verfehlte das Tor wie auf der anderen Seite auf scheiterte Daniel O´Regan an Schlussmann Janne Juvonen.
Kölner Haie erhöhen die Schlagzahl
Im Mitteldrittel erhöhten die Haie die Schlagzahl, spielten wesentlich dominanter und profitierten dann von den Undiszipliniertheiten der Schwäne. Denn im Powerplay schaffte der KEC das erlösende Tor zur Führung. Als Kyle Platzer auf der Sünderbank schmorte traf Patrick Russell zum 1:0, nachdem Louis-Marc Aubry den Dänen vor dem Tor mustergültig in Szene gesetzt hatte.
Danach versäumte es die Jalonen-Truppe nicht, einen zweiten Treffer nachzulegen, obwohl Tyrväinen, Maximilian Kammerer und Nate Schnarr, der nach der Saison wohl zum Schweizer Spitzenklub HC Ambri-Piotta wechseln wird, ließen beste Möglichkeiten liegen.
„Solange wir hinten gut stehen, werden wir vorne unsere Möglichkeiten bekommen und das Ding nach Hause bringen“, meinte Kammerer in der Pause. „Wenn wir das zweite Tor erzielen, wird es ganz schwer für Schwenningen.“
Im dritten Abschnitt wehrten sich die Gäste nach Kräften, riskierten mehr, hatten aber Pech mit einem Pfosten- und Lattentreffern. Auf der anderen Seite scheiterte Schnarr an Joacim Eriksson.
115 Sekunden vor der Sirene gab es für die Fans und die Haie die kalte Dusche. Schwenningen ging volles Risiko, nahm Eriksson für einen weiteren Stürmer vom Eis und sorgte durch Mirko Höfflins Drehschuss für den Ausgleich und die Verlängerung. Damit betsraften die Schwäne den Verwaltungsmodus der Haie in den letzten 20 Minuten.
In der Overtime haben beide Teams gute Chancen
In der Overtime feuerten beide Mannschaften aus allen Rohren, Bokk und Kammerer scheiterten aber an Eriksson, aber auch Juvonen konnte sich mehrfach auszeichnen. Besonders O´Regan hätte die Partie zugunsten der Gäste entscheiden können.
„Der Trainer hat in der Kabine mehr Aktivität gefordert, nachdem wir zu passiv waren und dafür bestraft wurden“, erklärte Jan Luca Sennhenn. „Wir wollten wieder Chancen kreieren und den Puck nicht mehr so schnell hergeben. Leider wurden wir noch nicht mit einem Tor belohnt.“
Köln war auch im fünften Abschnitt spielbestimmend, aber Eriksson war von Kammerer und Russell nicht zu bezwingen. Wie aber auch Juvonen, der mit einem Monster-Save gegen Tom Gettinger in höchster Not mit dem linken Schoner rettete.
In der 94. Minute schaffte es dann Sennhenn mit seinem Tor einen Torwart überwunden und sorgte damit für pure Emotionen bei Mannschaft und Fans.