
Dormagen | Die Wunde ist noch so frisch. Doch in ihrer Trauer ist die Familie des getöteten Realschülers Yosef (†14) weiterhin nicht alleine.
Nachdem mitfühlende Nachbarn bereits eigeninitiativ eine Spendenaktion im Netz sowie eine Lichterkette durch den Ort zum Tatort organisiert hatten und gefühlt der ganze Ort bei der Trauerfeier am Freitag auf dem Delhovener Sportplatz gemeinsam mit Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) anwesend war, erfahren Mutter Lilli und die jüngere Schwester des Getöteten nun eine weitere wichtige, bewundernswerte Unterstützung.

Und das trotz aller missmutigen, kleingeistigen Misanthropen im Netz, die den tatkräftigen Helfern in absurden Kommentaren gekünsteltes Gutmenschentum und Übergriffigkeit unterstellen.
„Wohnung oder kleines Haus in Delhoven gesucht“, heißt es in einem Aufruf der Nachbarn um Kerstin Ruhe (sie hatte schon die Lichterkette angezündet) in den sozialen Netzwerken für die Familie unter dem Slogan: „Yosefs letzter Wunsch“.
Denn dieser ist nur allzu menschlich: „Für eine ruhige, warmherzige Mutter und ihre 8-jährige Tochter wird in Delhoven ein neues Zuhause gesucht. Lilli lebt seit einigen Jahren mit ihren Kindern hier im Ort und ist tief mit Delhoven verbunden. Nach dem tragischen Verlust ihres Sohnes möchte sie gemeinsam mit ihrer Tochter Mariam einen behutsamen Neuanfang wagen. Es ist ihr ein großes Anliegen, in Delhoven zu bleiben, um ihrem Sohn auf dem Friedhof nahe sein zu können. Gleichzeitig ist die derzeitige Unterkunft für sie emotional sehr belastend, da sie sie täglich an das Erlebte erinnert. Ein neues Zuhause würde ihr helfen, zur Ruhe zu kommen und Schritt für Schritt wieder nach vorne zu blicken.“

Weiter heißt es: „Der Wunsch wäre ein kleines Haus mit Garten, um selbst etwas pflanzen und einen geschützten Ort der Heilung, für sich und ihre Tochter, schaffen zu können. Alternativ kommt auch eine ruhige 2–3-Zimmer-Wohnung infrage. Lilli geht seit über drei Jahren einer festen Arbeit nach. Zusätzlich verfügt sie durch eine von Samantha Mule initiierte GoFundMe-Spendenaktion und über viele Spenden der Vereine und der Schule von Yosef, über ein finanzielles Polster, das ihr in dieser schweren Zeit Stabilität gibt und eine langfristige Mietzahlung absichert.“
Die leidgeprüfte Mutter sei fest integriert und in Delhoven stets ein Sonnenschein: „Lilli ist ein sehr herzlicher, respektvoller Mensch, der das Miteinander schätzt. Sie ist ruhig, zuverlässig und würde jede Hausgemeinschaft mit ihrer freundlichen Art bereichern. Wer ihr ein Zuhause ermöglicht, gibt nicht nur Wohnraum, sondern auch die Chance auf einen Neubeginn in vertrauter Umgebung. Über Hinweise, Angebote oder das Weiterleiten dieser Anfrage wird sich sehr gefreut.“