
Köln | Es war 21.47 Uhr, als die Toten Hosen erneut für die Zugaben die Bühne des RheinEnergieStadions enterten. Und Frontsänger Campino hatte für die 45.000 Besucher noch einen besonderen Überraschungsgast parat.
„Wir sind gute Nachbarn und stellen gerne mal wichtige Personen der Stadt vor. Den Hausmeister dieses Gebäudes, den Bürgermeister oder hier den König von Köln. Einen riesigen Applaus für unseren langjährigen Freund Wolfgang Niedecken“, sagte Campino voller Freude.
Die Kölner Musiklegende kam mit Hut und Sonnenbrille auf die Bühne. „Es macht Spaß nach nur acht Tagen wieder hier spielen zu dürfen“, sagte der Bap-Frontmann. Zusammen mit seiner Band hatte Niedecken am vergangegen Freitag ein grandiosen Auftritt hingelegt.

Der Sänger erklärte seinen zweiten Auftritt so: „Die Jungs haben mich gefragt, ob wir nicht zusammen einen Song singen sollen. Wir haben dann Kristallnaach auf Hochdeutsch geprobt, damit jeder Idiot versteht, was aktuell abgeht.“
Die 45.000 Fans in der ausverkauften Arena jubelten, sangen mit und verabschiedeten Niedecken mit großem Applaus. Der 75-Jährige hatte noch eine wichtige Botschaft dabei. „Die AFD ist keine Alternative für Deutschland. Genauso wenig wie die DDR demokratisch war. Das ist alles nur ein Etikettenschwindel.“
Wolfgang Niedecken tritt bei den Toten Hosen auf
Aus Kölner Sicht war der Auftritt des Sängers der Höhepunkt der beiden Konzerte der Toten Hosen. Die Düsseldorfer spielten auf ihrer „Trink aus, wir müssen gegen“-Tour zweimal vor ausverkauftem Haus und brachten Songs aus ihrer 45-jährigen Bandgeschichte.

Neben den Klassikern wie „Opelgang“, „Auswärtsspiel“, „Wünsch dir was“, „Hier kommt Alex“, „Alles aus Liebe“ oder „Tagen wie diesen“ gab es auch neue Ware von ihrer letzten Platte wie „Wir waren nie weg“, die Show muss weitergehen“, „Trink aus“ oder „Schlechte Nachbarn“.
Dabei brachten Campino, Breiti, Kuddel, Andi und Vom viel Energie, Spaß und Freude bei laut Campino „unserem schönsten Auswärtsspiel “ mit und begeisterten mit 140 Minuten bestem Punkrock.
Zum Abschluss gab der Sänger zu: „Es gibt ein Ding, dafür beneide ich euch Kölner. Die Städtepartnerschaft mit Liverpool“, erklärte Campiono, ehe er zum Abschluss des Abends im Trikot des FC Liverpool „You`ll never walk alone“ anstimmte.
Ob die Hosen irgendwann noch einmal auf eine Kölner Bühne zurückkehren werden, ist unklar. Die Band hatte vor der Tour angekündigt, dass es kein weiteres Album mehr geben wird.
Aber über Liveauftritte haben sie zum Glück nicht gesprochen. Mal glaubt dem Quintett (noch) nicht, dass sie keinen Spaß mehr haben, ihre Anhänger zu begeistern. Dafür war ihr Auftritt zu gut – genauso wie der von Wolfgang Niedecken.
Wolfgang Niedecken ist zwölf Jahre älter als Campino
Und der ist schließlich zwölf Jahre älter als Campino und freut sich jetzt schon auf seinen Auftritt am 18. Dezember in der Lanxess-Arena.