
Köln | „Vill Gode un och Schmeichler, die krützte minge Wäch
Et hatt su mänche Heuchler an mingem Ast gesäg
Ne räächte Fründ zo stütze wann hä log en der Sod
Dat däht uns beidse nötze dat däht uns beidse got“
Der große Ludwig Sebus in seinem berührenden Klassiker „Alles su widder dun“.
Von Ehrungen wurde der Grandseigneur des kölschen Fasteleer in der Session geradezu überhäuft. Zu und nach seinem 100. Geburtstag im September wollte gefühlt jeder kölsche Jeck der beliebten Krätzchen-Legende gratulieren und ein Selfie ergattern.
Ludwig Sebus und Familie ohne Infos zum Brunnen
Doch auf zwei besondere Würdigungen muss Ludwig noch weiterhin warten: Was ist nur mit dem Plan vom Ludwig Sebus-Brunnen in Deutz, den er längst 2020 zum 95. Geburtstag versprochen bekam, und dem Domstern?
Ein halbes Jahr (!) nach der Geburtstagsgala in der Kölner Philharmonie – veranstaltet durch die Große Kölner KG – , woraus Einnahmen dem Bau des bereits seit 2020 versprochenen Ludwig Sebus-Brunnens zugute kommen soll(t)en, hat die Familie Sebus noch immer keinen neuen Stand erhalten. Anfragen stehen aus.
Jubilar Ludwig hatte es seinerzeit selbst trotz eines zuvor erlittenen Sturzes in die Philharmonie im Rollstuhl geschafft. Doch bislang geht er leer aus.

„Wir warten auf eine positive Rückmeldung, dass es endlich grünes Licht von Seiten aller involvierten Behörden der Stadt Köln für den Brunnen gibt. Wahrscheinlich gibt es noch nichts Neues, sonst hätte uns Dr. Joachim Wüst bestimmt unterrichtet. Schon unglaublich zäh das Ganze“, sagt Ludwigs Tochter Ulla. Dabei sei auf der Gala ein Scheck gezeigt, die Summe großzügig auf 100.000 Euro aufgerundet worden.
Doch auch in Sachen Domstern gebe es leider nichts Neues: „Da wird nichts mitgeteilt, Ich nehme nur an, dass keine 5.000€ zusammen gekommen sind“, so Ulla Sebus.
Beim Loss mer schwade-Talk im Stapelhaus zum 90. Geburtstag von Hans Süper kam das Thema Sebus-Brunnen unter den Anwesenden wieder auf. Denn der Sebus-Fanclub war zahlreich vertreten.
Und mancher murrte, dass trotz allen Verständnis für die komplizierte Standortfrage in Deutz und die Klärung mit den Behörden – das Denkmal von Süper auf der Berrenrather Straße aus privaten Mitteln längst und unkompliziert umgesetzt worden sei, Ludwig aber auf seinen Brunnen seit so vielen schon Jahren warte.

Bleibt nur zu hoffen, dass er, der sich nie beschweren würde, keinen Druck und eh kein Fass auf-macht – was für manchen sicher sehr bequem ist – mal zumindest eine Info bekommt, was mit den Einnahmen und dem Brunnen-Plan nun ist. Und er dessen Verwirklichung miterlebt.
Anders als Straßen und Plätze kann ein Brunnen nämlich durchaus nach einem noch lebenden Menschen benannt werden, gerade das war bzw. ist die schöne Idee hinter dem Projekt.
Doch bis dahin wurde die Idee „Luur ens von Düx noh Kölle“ allein in Form einer Drahtgitterbank umgesetzt, die am Deutzer Rheinufer nahe dem Messeturm steht.
Dieses Geschenk zum 100. hat Sebus allerdings von seiner eigenen Familie erhalten. . .