
Leverkusen | Absurde Szenen, die sprachlos machen und an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten sind . . .
Tätliche Gewalt gegen Polizeibeamte ist hierzulande bekanntlich längst keine Seltenheit mehr.
Doch dass man eine Tür verriegelt, um sich morgens um 6 Uhr mit Einsatzkräften besoffen in einer Shisha-Bar zu prügeln, stellt wohl eine neue Dimension dar und „schlägt“ dem Fass den Boden aus.
„Bei einem Einsatz in einer Shisha-Bar in Leverkusen-Opladen sind in der Nacht zu Montag (6. April) zwei Polizistinnen und ein Polizist leicht verletzt worden“, heißt es von der Kölner Polizei am Ostermontag. Die Polizei war mehrfach wegen hoher Lautstärke zu der Bar gerufen worden.
Leverkusen-Opladen: Partynacht eskaliert
Im Bericht geht es wie folgt weiter: „Als Polizisten gegen 23 Uhr die Feier auf der Uhlandstraße beenden wollten, wurden sie von Partygästen der dort feiernden Großfamilie attackiert. Auch in der Bar gingen Gäste aufeinander los, nachdem die am Angriff auf Polizisten beteiligten Personen die Eingangstür von innen verriegelt hatten.“
In der Not riefen die Beamten selbst ihre Kollegen, die glücklicherweise schnell an Ort und Stelle waren und dies auch zahlreich, um eingreifen zu können und das Chaos bei Sonnenaufgang zu beenden.
„Mit angeforderter Verstärkung – es waren bis zu 150 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz – lösten die Einsatzkräfte schließlich die Feier auf und nahmen einen 25-jährigen Mann, der einen Polizisten mit einem Stuhl geschlagen haben soll, vorläufig fest“, so die Polizei in der schockierenden Mitteilung weiter.
Und: „Des Weiteren nahmen die Polizisten zwei Frauen (35, 17) und einen Mann (26) zur Blutprobenentnahme und erkennungsdienstlichen Behandlung mit zur Wache. Der Einsatz war erst um 6.25 Uhr beendet. Die weiteren Ermittlungen werden beim Kriminalkommissariat 51 geführt.“
Update:
Nach dem Angriff auf Polizisten in einer Shisha-Bar in Leverkusen-Opladen in der Nacht zum Montag (6. April) hat die Polizei Köln eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Insgesamt wird nach jetzigem Stand gegen 22 Angehörige einer Großfamilie ermittelt. Um den Tatablauf zu rekonstruieren, wertet die Ermittlungsgruppe unter anderem Bodycam-Aufnahmen der eingesetzten Polizisten aus.
Nach Beschwerden wegen Ruhestörung hatten Streifenbeamte die Party in dem Lokal an der Uhlandstraße am Sonntag gegen 23 Uhr beendet. Daraufhin waren zahlreiche Gäste sowohl aufeinander als auch auf die Einsatzkräfte losgegangen. In der Bar befanden sich ungefähr 50 Menschen, darunter Frauen und Kinder.
Nach eingehender ärztlicher Untersuchung hat sich inzwischen herausgestellt, dass eine Beamtin und ein Beamter schwerer verletzt worden sind als zunächst angenommen. Beide sind auf längere Zeit nicht dienstfähig. Auf die 29-jährige Polizeikommissarin kommt eine langwierige Zahnbehandlung zu. Durch einen Flaschenwurf ins Gesicht hat sie massive Zahn- und Kieferverletzungen erlitten, mehrere Zähne sind ausgefallen beziehungsweise abgebrochen. Bei ihrem Kollegen steht inzwischen fest, dass der Unterarm gebrochen ist. Eine weitere Beamtin erlitt Schnittverletzungen und eine Stauchung an der Hand, sie kann ihren Dienst aber fortsetzen.