
Köln | Ein großer Denker ist von uns gegangen.
Der gebürtige Düsseldorfer und Wahl-Gummersbacher Jürgen Habermas ist im Alter von 96 Jahren in Starnberg verstorben.
Kölns OB Torsten Burmester hat die traurige Nachricht zum Anlass genommen, um am Samstag (14. März) mit einem bewegenden Nachruf auf den für viele bedeutendsten Philosophen und Soziologe Deutschlands aufmerksam zu machen.
Torsten Burmester erinnert an Jürgen Habermas
Man merkt auch zwischen den Zeilen, wie wichtig Burmester diese Würdigung ist.
Er schreibt über den berühmten Gelehrten: „Heute ist mit Jürgen Habermas eine der großen Stimmen unserer Demokratie verstummt. Habermas hat wie kaum ein anderer Intellektueller die politische Kultur der Bundesrepublik geprägt. Seine Idee der deliberativen Demokratie – dass politische Entscheidungen aus freier, rationaler und öffentlicher Diskussion entstehen müssen – ist im Kern ein sozialdemokratisches Versprechen: Freiheit, Gleichheit und Solidarität brauchen eine lebendige Öffentlichkeit“, so Burmester.
Und weiter würdigt er besonders die Wirkung, die vom Parade-Demokraten und Adorno-Assistenten Habermas seit Jahrzehnten vorbildhaft ausging: „Für viele von uns war er mehr als ein Philosoph. Er war ein moralischer Kompass in den Debatten über Erinnerungskultur, Europa, soziale Gerechtigkeit und die Zukunft der Demokratie.
Auch in der Kommunalpolitik spürt man, wie aktuell sein Denken ist. Demokratie beginnt nicht im Bundestag, sondern im Stadtrat, im Ausschuss, in Bürgerversammlungen und im Gespräch mit den Menschen vor Ort.
Wenn wir dort ernsthaft argumentieren, zuhören und um die besseren Lösungen ringen, dann lebt genau jene demokratische Öffentlichkeit, von der Habermas gesprochen hat.“