
Köln | Die Kölner Haie sind das Maß aller Dinge in der Deutschen Eishockey Liga. Die Mannschaft von Kari Jalonen führt die Tabelle vor dem Duell bei den Ingolstadt Panther (Freitag, 19.30 Uhr) mit neun Punkten Vorsprung auf die Straubing Tigers an, ist seit zehn Spielen unbesiegt und hat seit dem 2. November 2025 nicht mehr nach regulärer Spielzeit verloren.
- Die Kölner Haie treten am Freitag bei den Ingolstadt Panthern an
- Die Kölner Haie sind der Tabellenführer in der Deutschen Eishockey Liga
- Verteidiger Jan Luca Sennhenn gehört zu den Stützen der Kölner Haie
Das liegt auch an Jan Luca Sennhenn, der nach seiner schweren Schulterverletzung zu alter Form zurückgefunden hat und ein wichtiger Anker der Kölner Defensive ist. Im Interview spricht der 25 Jahre alte Verteidiger über seine Ziele, die Chemie in der Kabine und seine sportliche Schwäche.
Können Sie sich eigentlich an ihre letzte Niederlage mit den Kölner Haien nach 60 Minuten erinnern?
Sennhenn: „Das ist eine schwierige Frage. Ich habe aufgrund meiner Schulterverletzung länger pausieren müssen. Bei der Heimniederlage gegen München Anfang November war ich deshalb noch nicht dabei. Deshalb müsste es die letzte Finalniederlage bei den Eisbären Berlin gewesen sein. Das ist fast ein halbes Jahr her und verrückt.
Das stimmt. Haben Sie eine Erklärung dafür, dass ihre Mannschaft aktuell von Sieg zu Sieg eilt?
Sennhenn: „Seitdem ich zurück bin, läuft es (lacht). Aber Spaß beiseite, wir haben im Team eine sehr gute Stimmung, spielen aus einem gefestigten System, haben die gleiche Einstellung in jedem Spiel und einfach einen richtig guten Lauf. Wir haben jede Menge Selbstvertrauen aufgebaut und jeder im Kader kennt seine Rolle und setzt diese aktuell sehr gut um.“
Aktuell befinden sich die Haie seit Samstag auf einem fünf Spiele andauernden Auswärtstrip. Schweißt so eine lange Tour noch mehr zusammen oder gibt es einen Lagerkoller?
Sennhenn: „Nein, einen Lagerkoller gibt es nicht. Für mich ist es eher wie eine kleine Klassenfahrt. Wir sind natürlich viele Stunden im Bus unterwegs und hängen viel gemeinsam ab. Aber wir wachsen als Team noch einmal ein Stück mehr zusammen. Es ist gemütlich und macht Spaß nach den Spielen oder Training zusammen Zeit zu verbringen. Das hilft auch auf dem Eis weiter.“
Sie haben sich nach einer langen Verletzung selbst in den Kader der Haie zurückgekämpft. Was hat Ihnen dabei geholfen?

Sennhenn: „Ich habe immer an eine Rückkehr geglaubt und jeden Tag dafür geschuftet. Ich habe viele Trainingseinheiten mit Thomas Brandl allein auf dem Eis bestritten. Je länger ich alleine trainiert habe, desto anstrengender wurde es mental. Ich wollte der Mannschaft helfen und mitmachen. Meine Geduld hat sich ausgezahlt, es lief von Spiel zu Spiel immer besser und das volle Vertrauen in die Schulter ist zurück. Das ist ein sehr gutes Gefühl.“
Für die Olympischen Spiele im Februar sind Sie von Bundestrainer Harold Kreis nicht nominiert worden. Wie groß war die Enttäuschung?
Sennhenn: „Ich war realistisch genug, um zu wissen, dass es für mich nicht reichen könnte. Zum einen wegen der Verletzung, zum anderen, weil in Mailand auch alle Topstars aus der NHL dabei sein werden. Aber ich arbeite darauf hin, dass ich mich durch gute Leistungen bei den Haien für die Weltmeisterschaft im Mai empfehlen kann. Mein aktueller Fokus liegt aber auf dem KEC.
Dafür werden mit Moritz Müller, Parker Tuomie, Patrick Russell und Frederik Storm vier Kölner Spieler in Italien dabei sein!
Sennhenn: „Besonders für Mo freut es mich sehr. Für ihn wird es noch einmal ein ganz spezielles Highlight werden, schließlich ist es seine dritte Teilnahme, aber seine erste in Europa. Mailand wird sicherlich ein cooler Gastgeberort werden. Aber auch für die anderen wird es sicher eine tolle Erfahrung. Vielleicht bin ich in vier Jahren dann dabei.“
Was sind ihre Vorsätze für das Jahr 2026 gewesen?
Sennhenn: „Ich bin kein Typ, der sich für eine neues Jahr Ziele setzt. Wenn ich etwas verändern möchte, mache ich das sofort. Wir wollen in den Playoffs weit kommen und haben ein großes Ziel. Persönlich möchte ich offensiv mehr Gefahr entwickeln und mehr Tore schießen (225 DEL-Spiele, sieben Tore, 22 Vorlagen, die Redaktion). Da habe ich noch Luft nach oben. Unsere anderen Verteidiger zeigen ja auch immer wieder, dass es funktioniert.
Am Freitag spielen Sie in Ingolstadt, Am 31. Oktober gab es bei den Panthern eine heftige 3:10-Packung. Was müssen Sie diesmal besser machen?
Sennhenn: „Ingolstadt ist eine Topmannschaft mit einem unheimlich großen offensiven Potenzial. Wir haben noch eine Rechnung offen und wollen zeigen, dass diese hohe Niederlage nur ein Ausrutscher war. Es wird eine schwere Aufgabe. Wir sind nicht blauäugig und gehen davon aus, dass wir alle Spiele gewinnen, sondern sind eine gefestigte Mannschaft, die sich den komfortablen Vorsprung in der Tabelle redlich verdient hat.“