
Köln | Es war die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel des FC in Augsburg am Freitag Abend. Und Lukas Kwasniok hatte etwas auf dem Herzen.
Denn gleich zu Beginn der Fragerunde am Mittwoch Mittag ließ er sich auf seine in der Fanszene zumeist kritisierten Statements infolge der Partie gegen Hoffenheim (2:2) zur Stimmung im Stadion wegen des Todesfalls eines Anhängers in der Arena ansprechen.
Lukas Kwasniok holt jetzt Erklärung im Monolog nach
Kwasniok nutzte die Gelegenheit zu einem mehrminütigen Monolog: „Und deshalb möchte ich das hier jetzt auch nachholen, um vielleicht auch paar Dinge klarzustellen. Es ist natürlich so, dass, wenn eine gewisse Stille im Stadion ist, dann ist klar, dass irgendetwas vorgefallen ist. Die Kommunikationssituation oder Lage für uns war relativ unübersichtlich während und insbesondere auch nach dem Spiel. Mittlerweile haben wir aus den Medien entnommen, dass eben ein FC-Fan verstorben ist. Und es ist logischerweise das Selbstverständlichste dieser Welt, da den Angehörigen im richtigen Moment – und ich hoffe, dass das jetzt der Fall ist, – eben auch mein Beileid auszusprechen, ihnen viel Kraft zu wünschen. Denn es gibt, glaube ich, im Leben nichts Schlimmeres, als einen geliebten Menschen zu verlieren.“
Der Trainer weiter zur „Tatsache, dass wir als Aufsteiger ohne die Süd im Nachteil sind und wir hatten sie beim Heimspiel gegen Frankfurt aufgrund dieser Innenministerkonferenz nicht 15 Minuten, 12 Minuten gegen Union Berlin aufgrund zweier medizinischer Notfälle und jetzt eben 90 Minuten gegen Hoffenheim nicht komplett dann bei uns.
Darüber hinaus gab es drei Auswärtsspiele, wo die Süd oder Teile der Ultras eben nicht zugegen waren. Unsere Ausbeute liegt bei einem Punkt. Einer der Hauptgründe, warum ich hier Trainer geworden bin, ist das emotionale Stadion.
Diese positive Beklopptheit, zu Auswärtsspielen mit 20.000 Menschen zu fahren, aus einem Auswärtsspiel ein Heimspiel zu machen. Nur wenn wir eben aus unterschiedlichen Gründen, die ich aus deren Sicht sehr wohl nachvollziehen kann, diesen Support nicht haben, dann geht es für mich als sportlich Verantwortlichen drum (…) darauf hinzuweisen, dass wir als 1. FC Köln ohne diese Süd schwächer sind als mit ihr, um den Klassenerhalt zu schaffen und das ist natürlich gar nicht so einfach immer in diesem Zwiespalt, weil es auf der einen Seite immer um Menschlichkeit geht, aber im Leistungssport eben auf der anderen Seite einzig und alleine um Punkte, und an den werde ich gemessen.“

Aus seiner Sicht stellte der Coach klar, dass der den eingestellten Support nicht per se kritisieren haben wollen: „Ich hab mich nicht darüber beschwert, sondern ich finde das einfach nur schade und weise darauf hin, dass unsere Chancen ein Spiel zu gewinnen geringer sind. Wenn wir im Elf gegen elf unterwegs sind als Aufsteiger, das ist der große Vorteil von den großen Traditionsmannschaften (…) im Gegensatz vielleicht zu Heidenheim, meinem ehemaligen Verein Paderborn, Kiel. Wenn du über sechs mal temporär vielleicht diese Unterstützung nicht dann ganz so hast, dann ist es ein wenig schwieriger (…)
Ich hoffe, dass Missverständnisse jetzt ausgeräumt sind. Ich bitte da noch mal auch um Entschuldigung, wenn ich jemanden auf auf den Schlips getreten bin, etwas missachtet habe oder ähnliches. Das war in keinster Form meine Absicht, ganz im Gegenteil. Ich glaube, es gibt zwei Dinge, die wichtiger sind als der Fußball. Das ist die Geburt und der Tod eines Menschen. Vielen lieben Dank.“