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Der süßeste Grabschmuck für Yosef (†14)

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Dormagen | Der Alltag hat allmählich die Stadt wieder. Doch die Wunde verheilt nur ganz langsam.

Sieben Wochen nach der schrecklichen Tat, die überregional für Entsetzen sorgte, ist die Welle der Anteilnahme für die Familie des von einem Kind (12) getöteten Dormagener Realschülers Yosef (†14) noch immer greifbar.

Den letzten aktuellen Beweis liefert dafür ein Grabschmuck der ganz besonderen Art.

Denn dem begeisterten Hobbyfußballer, der beim FC Delhoven zwischen den Pfosten stand, legte man nun einen Torwarthandschuh auf das liebevoll dekorierte Grab: „Hey Yosef, jetzt fängst du auch oben die Bälle.“

Dormagen: Dialogabende sollen fortgesetzt werden

Die Aufarbeitung der Geschehnisse ist abseits der Ruhestätte in der Stadt weithin in vollem Gange. So gab es vergangene Woche den ersten Dialogabend, bei dem Dormagerinnen und Dormagener Raum für allgemeine Fragen, Austausch und Einordnung rund um das Thema Gewalt unter Kindern und Jugendlichen bekamen.

Mit dabei war u.a. Dennis Hornig, dessen Sohn nach der Tat in den sozialen Medien fälschlicherweise als Übeltäter verleumdet wurde und einen mentalen Spießrutenlauf in seiner Schule seither erlebt. Oder, wie er koeln0221 schilderte, Eltern eines Kindes, das sich wegen Mobbings in der Schule bereits zweimal versucht habe selbst umzubringen.

Die Stadt Dormagen zog ein positives Fazit über den Abend, dem wohl weitere folgen sollen: „Als fachlicher Experte ordnete Chefarzt Dr. Hapfelmeier (Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Forensischer Gutachter, Kinder- und Jugendsuchtmedizin) zentrale Aspekte aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht ein und erläuterte, wie Gewalt entstehen kann und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen können.

Trotz aller Präventionsmaßnahmen seien solche Taten allerdings nie komplett zu verhindern. „Nach der abgeschlossenen psychiatrischen Diagnose und fachlichen Einschätzung der Jugendhilfe sollten die betroffenen Personen das optimale Unterstützungsangebot erhalten. Leider ist dies nicht immer möglich, da die Ressourcen begrenzt sind“, betonen Dr. Hapfelmeier und Mike Wetzel, Amtsleiter Kinder, Jugend, Familien und Schule.

Fotos: koeln0221

„Es war uns wichtig, Verunsicherung aufzugreifen, Orientierung zu geben und den Menschen Raum für ihre Fragen und Sorgen zu bieten. Auch wenn wir zum konkreten Einzelfall keine Antworten geben konnten, war der offene Dialog ein wichtiger Schritt, um das Thema gemeinsam zu beleuchten und den Zusammenhalt in Dormagen zu stärken“, zog Bürgermeister Erik Lierenfeld ein positives Fazit.

„Wir werden solche Formate wiederholen, da uns dieses Thema als Stadtgesellschaft noch einige Zeit beschäftigen wird und wir den Bedarf der Bürgerinnen und Bürger sehen, sich untereinander auszutauschen.“

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