
Köln | Die Stadt ist eine gefühlte Baustelle. Und in der Südstadt wird das noch eine ganze Weile so bleiben. . .
Waghalsige Fahrmanöver wie in in einem Hindernisparcours, im Dickicht des Verkehrsschilderwalds.
Ein Haufen Baufahrzeuge, eine Kran, Gerüstbau-Lärm rund um die Uhr, so gut wie keine Anwohner-Parkplätze mehr verfügbar: Willkommen rund um St. Paul!
Kirche St. Paul erinnert an Kunstwerk von Christo
Die Generalsanierung der Kirche an der Vorgebirgstraße läuft seit Beginn 2023, es ist die größte Baumaßnahme nach dem Wiederaufbau der Kirche in der Nachkriegszeit.
Wie es seinerzeit hieß, handle es sich „keineswegs um eine Luxussanierung, denn bei genauem Hinsehen stellten die Fachleute schnell erhebliche Bauschäden fest: ausgewaschene Fugen im Außenbereich, die zu gefährlichem Steinschlag führen können, zu gering dimensionierte oder marode Wasserabflüsse, von Rost befallene Stahlträger bei den Betondecken im Turmbereich – um nur einige zu nennen.“

Zur Dauer und Kosten wurde anvisiert: „Die Baumaßnahmen werden sich wahrscheinlich bis ins Jahr 2025 hinziehen. (…) Die kalkulierten Kosten belaufen sich auf etwa 6,1 Mio. Euro, die vollständig vom Erzbistum Köln übernommen werden, unterstützt durch einen kleinen Zuschuss aus Denkmalfördermitteln des Landes NRW.“
Und nun, gute drei Jahre später?
Ist fast das gesamte Areal des ehrwürdigen Gotteshauses eingezäunt und „Christo-ähnlich“ eingehüllt. Von echtem Fortschritt oder regem Treiben seitens von Arbeitern ist nicht viel zu sehen.
Die Nachbarn murren deshalb, beim Café trinken im schmucken Bistro „Bom Dia“ gegenüber fallen dem Betrachter nur die Zäune und weißen Abdichtungen ins Auge.
Auf Nachfrage von koeln0221 antwortet ein Sprecher der Pfarrgemeinde St. Severin und erklärt die Sachlage: „Insbesondere aufgrund der sehr aufwendigen Turmsanierung, die aufgrund der Spaltung bzw. Schalenbildung zahlreicher Sandsteinquader, was erst nach Ausfräsen der Fugen zu Tage trat, wesentlich mehr Zeit in Anspruch nahm, wird die Baumaßnahme nach derzeitigem Kenntnisstand laut Aussage des bauleitenden Architekten noch etwa bis Ende 2027 dauern.“
Also mindestens zwei Jahre länger als angedacht.
Eine grausame Beeinträchtigung des Straßenverkehrs und der Lebensqualität – auf dem Rücken der Anwohner. . .