
Köln | Weg gegangen, Platz gefangen?
Nun ja.
Willkommen beim großen 1.FC Köln. .
Als unser Yener Kisla am Freitag pünktlich zum Wochenende seine Emails checkte, blieb dem Longericher Unternehmer und Bauer des legendären „Bootshaus“ das geliebte Mettbrötchen fast im Halse stecken.
Denn dem langjährigen Dauerkarten-Inhaber beim 1.FC Köln schmeckte eine kesse Überraschung im Postfach gar nicht.
„Dieser Schritt mag für dich gefühlsmäßig irgendwo zwischen erwartbar, überraschend und unvorstellbar liegen und das können wir absolut nachvollziehen“, heißt es, „Die Anpassung stellt allerdings eine faire und transparente Vergabe von Dauerkarten sicher, die sich ein Großteil der Mitglieder, die an der Umfrage teilgenommen haben, wünscht.“
Dauerkarten-Move des FC als nette „Erpressung“?
Bedeutet: Die Dauerkarte ist futsch! Es sei denn, Kisla wird jetzt auch Mitglied.
Weiter: „Da du aktuell noch kein FC Mitglied bist, kündigen wir hiermit deinen Dauerkartenvertrag zunächst formal gemäß Ziffer 7 Punkt eins der für deinen Vertrag geltenden allgemeinen Geschäftsbedingungen ordentlich und fristgerecht mit Wirkung zum 30. Juni 2026.“

Na bitte danke.
Der FC-Fan, dessen Sohn Sergio selbst Mitglied ist (!), hat aber eine Möglichkeit, dem aus seiner Sicht Paten-ähnlichen Deal mit Alibi-Heuchelton noch etwas abzugewinnen bzw. die Tickets zu behalten.
Indem er „im Anschluss an die Kündigung über den Dauerkartendialog bis zum 15. Juni 2026 umgehend und unkompliziert“ neu bestelle.
Voraussetzung für einen wirksamen Vertragsabschluss sei eine FC Mitgliedschaft, die bis spätestens Freitag 31. Juli 2026 beantragt werden muss.
Wichtig und unstrittig: Der FC handelt faktisch korrekt, schließlich wurde das Ganze transparent von der Mehrheit seiner Mitglieder beschlossen.
Doch die Art und Weise …
wurmt den Anhänger, der treu die oft sportlich grausamen Spiele verfolgt und auch, wenn es auswärts ist, in der Stammkneipe „Ihrefelder Eck“ keine Sekunde an der Screen verpasst.
Er ist eben keiner, der sich wie unser Marcel Le Bon Vivant als stets gern eingeladener Gast durch die Logen schmeckt – oder wie mancher kölscher Z-Promi durch den VIP-Bereich lutscht.

„Ich habe mich gegen eine Mitgliedschaft entschieden. Warum? Ganz einfach. Die 10% Rabatt, die ich kriege auf irgendwas, war ich immer der Meinung, sollte der FC komplett kriegen. Ich brauche diese 10% Ermäßigung nicht. Gegenteil. Ich wollte, dass der 1.FC Köln mehr Geld von mir kriegt“, sagt er uns.
Der leidenschaftliche Konsument Kisla empört weiter: „Und das hat der FC auch. Jede Saison, jedes Spiel kaufe ich Schal, kaufe ich eine Mütze. Ich kaufe fast alles von dem 1.FC Köln. Natürlich freue ich mich auf die neue Saison, wenn die komplette Adidas-Collection rauskommt, weil ich bin kompletter Adidas-Fan, und da freue ich mich tierisch drauf.
Dann plötzlich so eine E-Mail zu bekommen: Hallo, die Dauerkarte wird dir weggenommen, weil du kein FC-Mitglied bist. Ein totaler Schwachsinn. Ja, seit Jahren bin ich Dauerkarteninhaber. Ja, warum soll ich jetzt auf einmal Mitglied werden? Es reicht ja, wenn mein Sohn Mitglied ist. Oder zählt das nicht?“
Spürbar anders eben. . .