
Köln | Nach dem Hinspiel hatte es übles Theater in der Regionalliga West gegeben.
Fortuna Köln-Akteur Haider Al-Azzawe musste sich erklären, weil Düsseldorfs Gegenspieler Quiala Tito behauptet hatte von ihm rassistisch beleidigt worden zu sein.
Nun gab es im Rückspiel die Antwort – aber wie!
Denn Al-Azzawe trotzte den Anfeindungen und brachte die Fortuna mit seinem Tor am Samstag auf die Siegerstraße beim eminent wichtigen 2:0-Auswärtssieg im Paul-Janes-Stadion.
„Das fühlte sich an wie die perfekte Antwort auf einen Nachmittag voller Emotionen und Ungerechtigkeiten. 90 Minuten lang stand er im Zentrum eines Spießrutenlaufs, auf und neben dem Platz, begleitet von Gebrüll, Pfiffen und offener Ablehnung. Dabei war er längst auf allen Ebenen vom Rassismus-Vorwurf freigesprochen worden, doch für die Düsseldorfer blieb er der Sündenbock“, heißt es von der Fortuna.
Düsseldorf:kein Handschlag, Rudelbildung, Kartenflut
Und weiter: „Selbst der sonst selbstverständliche Handschlag vor dem Anpfiff wurde ihm und seinem Team demonstrativ verweigert, ein Moment, der Fairplay mit Füßen trat und die Stimmung endgültig aufheizte. Umso kraftvoller war die Antwort: eine hochmotivierte Fortuna, die vor 1.205 Zuschauern mit 2:0 gewann.“
Al-Azzawe hatte nach einem Einwurf die Kugel in die Maschen gestochert. Joker Timo Bornemann sorgte kurz darauf für das entscheidende 2:0 (79.) in Überzahl.
Was für ein Hass-Derby! Sieben Gelbe Karten, die zehnte für Tom Geerkens und schließlich die Gelb-Rote für Düsseldorfs Kilian Sauck (45.+1) sagen neben Rudelbildungen, Provokationen und hitzigen Wortgefechte wohl alles, der Fußball geriet fast zur Nebensache.

„Es war ein sehr emotionales Spiel, teilweise war es auch ein bisschen drüber. Wir hatten schon in der ersten Hälfte ein paar gute Möglichkeiten, da ist uns leider kein Tor gelungen. Mit der Überzahl hatten wir noch mehr den Ball. Heute war wieder ein Standard ein wichtiger Aspekt. Summa summarum ist der Sieg verdient, er war hart erarbeitet. Wir haben in der Liga vorgelegt und jetzt brennt die Mannschaft auf einen Sieg am Mittwoch im Pokal“, so Trainer Matthias Mink.
Klar ist: Wer solche Drecksspiele für sich entscheidet, kann eigentlich nur aufsteigen. Fortuna hat nun neun Zähler Vorsprung auf Verfolger Oberhausen.