
Köln | Was für ein bewegendes Posting!
Die Feuerwehr Köln erinnert an diesem Freitag an einen früheren Weggefährten. Damit dieser nicht vergessen wird, dreißig Jahre nach der Tragödie. Es heißt:
„Wenn ein Einsatz alles verändert: Kierberger Straße, 6. März 1996
Heute vor genau 30 Jahren wird Andreas Stampe mit dem Löschzug 2 zu einem Kellerbrand im Hochhaus Kierberger Straße 15 in Köln-Zollstock alarmiert. Nach dem Eintreffen rückt ein dreiköpfiger Angriffstrupp in den Keller vor.
Drama um Andi Stampe rührte Tausende
Die Bedingungen verschlechtern sich rasch: dichter Rauch, kaum Sicht, extreme körperliche Belastung. Unbemerkt löst sich die Fangleine von Andreas Stampe. Als das Warnsignal seines Atemschutzgeräts ertönt, kann er sich nicht mehr eigenständig befreien – und auch seine Kollegen scheitern daran. Schneidwerkzeug ist in diesem Moment nicht verfügbar.
Erschwerend kommt hinzu: An der Einsatzstelle läuft parallel eine Menschenrettung, der Funkverkehr ist hektisch und überlastet. Axel Strang, Mitglied des Angriffstrupps, gibt einen Notruf per Funk ab – eine Rückmeldung bleibt zunächst aus. Die Lage verschärft sich weiter, als ein zweites Atemschutzgerät kritisch niedrigen Luftstand meldet. Der betroffene Feuerwehrmann verlässt den Keller und schildert die Notsituation persönlich. Daraufhin wird ein weiterer Feuerwehrmann gezielt mit Schneidwerkzeug in den Keller geschickt.

Als er Andreas Stampe erreicht, ist dieser bereits bewusstlos. Die Fangleine wird durchtrennt. Der letzte verbliebene Feuerwehrmann aus dem originalen Angriffstrupp muss den Keller ebenfalls verlassen, auch sein Restdruckwarner schlägt an. Allein ist es dem verbliebenen Feuerwehrmann nicht möglich, seinen Kollegen zu bergen – erst mit nachrückenden Kräften gelingt es, Andreas Stampe ins Freie zu bringen. Sofort wird mit der Reanimation begonnen; anschließend wird er in die Universitätsklinik transportiert.
Andreas Stampe erlangt das Bewusstsein nicht mehr wieder. Drei Tage nach dem Unfall stirbt er am 9. März 1996 im Krankenhaus, im Beisein seiner Familie. Die Beerdigung findet am 15. März 1996 in Iserlohn statt. Rund 1.200 Feuerwehrleute aus ganz Deutschland begleiten ihn auf seinem letzten Weg.
Wir werden nie vergessen!“