
Köln | Die Fanszene des 1.FC Köln ist bekanntermaßen einzigartig in Fußball-Europa. Trotz sportlichen Murks seit mehr als dreißig Jahren laufen die Anhänger dem Klub seit jeder treu die Bude ein, viele Fans haben ihren Lebensinhalt dem FC quasi verpflichtet.
Und mit wieviel tatsächlich echter Liebe sie im Alltag durch dick und dünn das Geschehen des Geißbock-Vereins leben, zeigt dieses aktuelle Beispiel vom Dienstag Mittag einmal mehr denn je. . .
1.FC Köln: Originale Aktion der Fans für Fabrice R.
Denn das überdimensional große Banner, das vor zwei Wochen in der Hans Schäfer-Südkurve bei der unglücklichen wie knappen 1:2-Niederlage gegen das in der Szene verhasste RB Leipzig ausgebreitet wurde, um in großen Buchstaben mit den Worten „Ruhe in Frieden Fabrice“ an den getöteten Fan Fabrice R. (†20) zu erinnern, tauchte plötzlich aus dem aktuellen Anlass der Beisetzung wieder auf.

Denn bei der Zeremonie zur Urnenbeisetzung des jungen Mannes, der von einem offenbar Asozialen Anfang Februar ohne jeden Sinn und Verstand aus dem Leben geschlagen worden war, hing das besagte Banner dann am Zaun des Friedhofs und tat erneut aufrichtig seine Wirkung.
Ein bemerkenswertes Zeichen mehr, wieviel Aufwand an Zeit allein die Fans in Kauf nehmen – trotz aller Verpflichtungen im Alltag – und die Vereinstreue zum FC nicht vergessen, sondern buchstäblich bis zum Tod wertschätzen. Solch ein Banner landet nicht in der Ecke, sondern wird behutsam aufbewahrt und zum richtigen Zeitpunkt wieder herausgeholt.

Passend dazu war die große Trauergemeinde auf dem Friedhof Merkenich zu großen Teilen in rot und weiß erschienen. Viele Anwesende trugen Schals und Trikots des FC.
Die Familie von Fabrice R. wurde so in ihrer schmerzlichen Trauer auf dem bitteren Gang nicht alleingelassen, im Gegenteil.