
Mannheim | Sie sind eine starke Stimme in der Fanszene und melden sich unter dem Eindruck der Geschehnisse vom Samstag zu Wort!
Denn die Polizei-Maßnahmen vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel des 1.FC beim VfB Stuttgart, durch die hunderte Kölner Fans quasi ein „Einreiseverbot“ nach Baden Württemberg erhielten, rufen den mächtigen Fanclub „Wilder Süden“ auf den Plan.
Mitglieder über Wasserwerfer und Schminkverbot
In einer am Sonntag Abend veröffentlichten „Stellungnahme des Vorstands“ heißt es da: „Wir verurteilen die aufgrund von Mutmaßungen durchgesetzten Maßnahmen der Polizei NRW zum gestrigen Auswärtsspiel in Stuttgart und empfinden diese als Beschneidung der Menschenrechte.
Aus der aktuellen Meldung der Polizei NRW geht hervor, dass den Bussen der Ultras die Weiterfahrt verweigert wurde, weil zukünftige Straftaten befürchtet wurden. Wir möchten uns ganz klar gegen Maßnahmen aussprechen, die unter einem Generalverdacht zu Sippenhaft führen. Diese Aktion spiegelt offensichtlich die Annahme der Sicherheitsbehörden, dass jeder Fußballfan grundsätzlich gewaltbereit ist. Und das, nachdem es seit über 10 Jahren keinen nennenswerten Vorfall von Gewalt unter Fußballfans vor allem der beiden unter Verdacht stehenden Fanlager gab. Von denen letztendlich nur eins „bestraft“ wurde.“

Die Anhänger in ihrem Statement weiter: „Auch unsere Mitglieder berichten von überzogenen Kontrollmaßnahmen und (trotz Fehlen von ca. 1000 FC-Fans) langen Wartezeiten an den Einlässen. Vor dem Gästeeingang war als Abschreckung ein Wasserwerfer aufgestellt. Die Durchsagen wiesen auf strenge Kontrolle hin. Ein zu stark geschminktes Gesicht musste abgeschminkt werden – Vermummung. Und warum? Weil wir laut und bunt sein wollten?
Es handelt sich genau um die Maßnahmen, vor denen die aktiven Fanszenen und Faninitiativen seit Jahren warnen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird in Zukunft das Erlebnis Stadionbesuch für alle Zuschauer (!) zum Spießrutenlauf machen. Wir möchten das Stadionerlebnis im Fußball als solches erhalten, was es ist: ein freudiges Mitfiebern mit konkurrierenden Fanszenen und ausufernder Emotionalität ohne Gewalt.
Wir möchten auf diesem Wege allen betroffenen Fans unsere Solidarität aussprechen und uns weiterhin aktiv gegen die geplanten repressiven Maßnahmen seitens der Sicherheitsbehörden aussprechen.“