
Köln | Lilli M. geht jeden Tag zum Grab ihres Sohnes Yosef (†14). Doch das Osterfest sollte ein besonderer Anlass sein.
Die Mutter des getöteten Dormagener Realschülers weiß in ihrem Schmerz Angehörige und Freunde um sich. Gemeinsam ging man zu Ostern das Grab besuchen, um zusammen zu trauern.
„Das Grab wurde neu hergerichtet und wir haben mit Lilli noch die anderen Sachen alle, die sie nicht zurück aufs Grab getan haben, neu angeordnet Lilli hat wieder schlimm geweint. Und die Frauen auch mit ihr. Zum Abschluss haben wir noch alle zusammen „Vater unser“ gebetet. Das war sehr berührend“, so eine Nachbarin, die dabei war.
Dabei war indes auch jemand, den niemand zuvor jemals im Ort oder Umfeld der Familie gesehen hatte. Und über dessen Absichten seines „Besuchs“ man jetzt von Seiten der Angehörigen und Freunde rätselt und den Kopf schüttelt.
Mann fährt trauender Mutter bis in Unterkunft nach
Denn der offenbar eigens angereiste Fremde, der zuvor über die sozialen Netzwerke Kontakt zu Lilli und ihren Freunden aufgenommen hatte, (Identität der Red. bekannt) lief der Familie nach dem Grabbesuch bis in deren Flüchtlings-Unterkunft nach, machte nach Aussagen der Betroffenen gar plötzlich ungefragt Foto- und Videoaufnahmen.

Geht es noch?
Einträge in den sozialen Medien zeugen von einem offensichtlichen wirren Kopf auf skurriler Mission, mit nur geringer Followerzahl und ohne jegliche Verifizierung durch die Netzwerke. Was er nun mit dem Bildmaterial vor hat? Unklar.
Doch weitere Alleingänge würden wohl Folgen für ihn haben.
Die besagte Nachbarin ging mit einer anderen Frau zu ihm: „Wir haben den Mann schließlich eindringlich gebeten, das Weite zu suchen. Es ist absolut respektlos eine Familie die trauert zu instrumentalisieren, seinen Kanälen in den sozialen Netzwerken zu folgen.
Die Lage von Menschen derart auszunutzen, Fotos und Videos ohne Zustimmung zu machen. Gegen entsprechende Veröffentlichungen werden wir uns sofort wehren.“