
Villach/Köln | „Natürlich verfolge ich das!“
Seit der Gründung der DEL (Deutsche Eishockey Liga) 1994 konnten die Haie zwei Meisterschaften (1995, 2002) feiern. Und wenn es nach Herbert Hohenberger (57) geht, ist nun Titel drei fällig.
„Mich freut es jedesmal von Köln zu lesen. Platz 1, erste Playoff-Runde 4:0 gewonnen, super Stimmung, eine volle Hütte, es wird wieder Zeit, sie ist reif, dass die Haie wieder den Titel holen“, sagt der beliebte Meisterspieler von 1995, der inzwischen als Sportdirektor in seiner schönen Heimat Villach (Kärnten, Österreich) beim dortigen VSV arbeitet.
Herbie kennt die Seiten des Geschäfts als Spieler und Funktionär und zollt daher umso mehr der Arbeit der Verantwortlichen in Köln Respekt.
„Ich stehe ja noch mit einigen wie vor allem dem Thomas Brandl oder Lüde in Kontakt. Es ist klasse, wie man Mannheim und Red Bull Paroli bietet. Es ist eine Konstanz in den Klub gekommen, selbst den Abgang eines Schütz hat man bravourös und mehr als nur kompensiert. Das Trainerteam und die Imports haben eingeschlagen, vor allem der Goalie Juvonen, dass der so einschlägt, konnte man sich nur wünschen.“
Herbert Hohenberger lobt Köln und stärkt Draisaitl
Die Haie heimsten nach der Rekord-Hauptrunde Auszeichnungen am Fließband ein, gehen nach dem „Sweep“ über Schwenningen als Favorit ins buchstäblich „heiße“ Saisonfinale.
Hohenberger ist im Henkelmännchen nach wie vor gern gesehen und bei den Haie-Fans total beliebt. Kommt er zu den Playoffs noch mal „eine geflogen“, wie man in Kärnten sagt? „Gut möglich“, sagt die stets kahlgeschorene Frohnatur, „aber ich muss hier in Villach ja die neue Saison planen.“
Mit seinen Adlern erlebte der einstige Star-Verteidiger eine Spielzeit mit diversen Widrigkeiten, im Viertelfinale der Playoffs war gegen Favorit Graz 99ers Schluss. Ausreden will der Haudegen nicht gelten lassen: „Übers letzte Spiel reden wir gar nicht mehr, da haben wir auf die Fresse bekommen und lagen schnell 0:6 hinten.“

Warum vom absolut provinziellen Umfeld das Glas stets gern eher halbleer als -voll angesehen wird? „In Krefeld bin ich als Co-Trainer verabschiedet worden, als wenn ich die Meisterschaft gewonnen hätte. Bei uns sind wir eine Neid und Negativgesellschaft geworden, als würde man nur auf Fehler warten“, so Herbie.
Doch zum Abschluss noch ein Wort vom großen Hockey.
Sein Ziehsohn Leon Draisaitl durchlebt auch ein Tal mit Olympia-Aus und Verletzungen. Kommt der Superstar der Edmonton Oilers noch mal zurück?
„Bei Olympia lastete ja alles auf seinen Schultern. Aber das Aus wird ihn stärker machen!“, hofft Hohenberger, der zu Leons Vater Peter, seinem ehemaligen Meisterkollegen von 1995, bis heute eine enge Freundschaft pflegt.