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Suff, Blaue Flecken: „Selfie-Irrsinn im Karneval immer schlimmer!“

Köln | Aschermittwoch, Ende der Session!

Tränen, Tränen, Tränen. Die nächste Tränenmeldung. . .

Das Trifolium gab in der Wassermannhalle bei „Zick eröm“ 39 Tage nach der Proklamation die Insignien an OB Torsten Burmester (SPD) zurück. Was bleibt, sind tolle, emotionale Bilder – und die werden im Karneval von echten Profis mit Herz produziert und eingefangen wie Kay Uwe Paulen Krake.

Top-Fotograf schildert schockierende Erlebnissen

Der Jeck heißt eigentlich Kay Uwe Fischer, ist seit 2019 selbständig und begleitet den Fasteleer seit 14 Jahren permanent. „Krake ist mein Spitzname“, schmunzelt er, „ich war Torwart und habe ein riesiges Kraken-Tattoo. Paul kam durch die WM2010 dazu, als die gleichnamige Krake immer die Ergebnisse richtig vorausgesagt hat.“

Die Krake war auch in dieser Session gefühlt überall und schildert bei koeln0221 sein Stimmungsbild. Den Fotografen stört extrem, dass mittlerweile eine Belästigungskultur Einzug gehalten hat. Vertreter des Brauchtums und die Protagonisten werden als Selfie-Objekte quasi von den Jecken missbraucht!

Selbst im eigentlich „intimen“ Backstage-Bereich!

Fischer fassungslos: „Da wird wirklich die Tür aufgemacht, wenn da keine Security steht. Es wird reingegangen. Es wird nach Selfies gefragt. Und wenn die Künstler sagen: – Wir wollen jetzt mal ganz kurz unsere Ruhe haben – , dann sind sie direkt hochnäsig. Auch, wenn die zur Bühne gehen, werden sie überall angehalten. Es wird gezieht, gezerrt. Ich find’s ganz schlimm! Damit man halt einfach nur den Leuten mal drei Likes zeigen kann?“

Bizarr, was Fischer immer wieder mitbekommt: „Die meisten wissen ja gar nicht, wer das überhaupt ist. Das ist ja das Schlimmste an der ganzen Sache. Also sie sehen halt nur, dass irgendeiner mit irgendjemanden zusammen ein Selfie macht, dann gehen die auch hin und sagen: – Wir würden auch gern ein Selfie machen – und wenn der Künstler dann mal fragt: -Ja weißt du denn wer ich bin? – -Nee weiß ich nicht, aber du bist mit Sicherheit bekannt…“

Die Szenarien gehen gar ins Körperliche.

„Sie werden angetippt, dass du blaue Flecken bekommst. Und dann wird nur gesagt: Selfie. Es gibt auch die freundlichen Menschen, die nett fragen. Ich will jetzt nicht alle verteufeln, aber es ist halt einfach so, dass mittlerweile glaub ich so dieser Trend dahin geht. Man muss einfach etwas vorzeigen. Das man jemand gesehen hat, dass man jemanden getroffen hat. Ich selbst mach zum Beispiel gar keine Selfies“, sagt er, „Ich bin glücklicherweise dadurch halt auch von den Künstlern sehr respektiert, weil die genau wissen, wenn ich auch im Backstage selbst mit Kameras bin, dann sind die aus. . .“

Selfie-Wahnsinn: Suff als treibender Faktor

Wo geht die Entwicklung dann nur hin?

Fischer: „Es gibt überhaupt gar keine Hemmschwelle mehr für die Leute! Und wenn die was über den Durst getrunken haben, wird’s noch schlimmer und die Künstler haben überhaupt keinen Rückzugsort mehr. Jetzt kann man natürlich immer sagen: Klar, die Künstler haben auch die Fotografen, die haben auch Social Media, die leben von Social Media. Ja!

Aber die leben auch von Respekt d.h. wenn man wirklich nett fragt, ist kein Künstler da, der sagt: Nee will ich nicht. Nur mittlerweile ist es einfach so: Du musst jetzt mit mir ’n Selfie machen, egal wer du bist, was du bist und das finde ich halt das Schlimme.

In der echten Welt d.h. in der 140 Konzerte ungefähr mit auch größeren Bands begleite, da gibt’s halt Pässe. Blitzlichtverbot. Backstage-Bereiche, wo du wirklich nur mit bestimmten Pässen reinkommst. Und im Karneval mittlerweile muss man einfach sagen, gibt’s das nicht mehr und die Leute, die sind teilweise so betrunken, dass denen das auch scheißegal ist.“

Es gebe leider des Insiders auch viele (Amateur-)Fotografinnen und Fotografen, „die einfach nur Pins wollen, die nur Selfies wollen, die meinen, dass sie sich dadrüber profilieren, einfach allen Leuten zu zeigen, wie wichtig sie doch sind. Ich glaube einfach mittlerweile, dass die Leute einfach gar nicht verstehen, wie die normale Welt tickt. Also im Karneval ist es völlig distanzlos geworden!“

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