
Köln | Sie machen mobil!
Wie von koeln0221 angekündigt, hat sich am Samstag Morgen um 11 Uhr der geplante Protestzug der Anwohner aus dem Pantaleonsviertel vom Kartäuserwall in der Südstadt aus in Bewegung gesetzt.
Mehr als 800 Teilnehmer trotzdem dem Regen und protestieren mit Banner und Pfeifen beim Marsch über die Severinstraße gegen die anvisierte Verlagerung des Drogenkonsumzentrums vom Neumarkt an den Perlengraben, die am 5. Februar durch den Stadtrat gehen soll.

„Basta-Politik? Nicht mit uns! Unsere Stadt. Unsere Veedel. Unsere Stimmen“- heißt es.
Die Veedels-Bewohner sind stinksauer über die Pläne, fühlen sich überrumpelt. Nach den überfüllten Info-Versammlungen in der Aula am Berufskolleg sind sie nun auf die Straße gegangen und machen ihrem Unmut lauthals Luft. Und zwar Groß und Klein: Es sind Kinder darunter und Seniorinnen am Rollator. Es werden Reden über Megaphon gehalten, adressiert an die Politiker.
„Über uns darf nicht hinweg entschieden werden“, fordern sie, denn die Folgen seien für „Anwohner, Familien, Kinder, Schulen, Kinderbetreuung, Gewerbe im Pantaleonsviertel, Severinsviertel und Georgsviertel“, zu weitreichend. Es gebe „kein belastbares Konzept“.

Befürworter des Umzugs sehen das bekanntlich anders.
U.a. CDU-Größe Bernd Petelkau hatte postuliert und für die Verlagerung geworben: „Das neue Konzept und die Verlagerung des Standorts vom Neumarkt an die Wilhelm-Hoßdorf-Straße ist richtig. Das Suchthilfeszentrum ermöglicht echte Hilfe für schwerstabhängige Menschen und schafft zugleich die Voraussetzung, den Neumarkt von der Drogenszene zu befreien. Dieses Konzept muss bis Ende 2026 umgesetzt sein, auch wenn das ein ambitionierter Fahrplan ist.“
Die Initiatoren der Kundgebung am Samstag machen mobil dagegen. Kai F., einer von ihnen, sagt koeln0221: „Gerade bei diesem Wetter ist der Zuspruch überragend. Wir machen weiter.“