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April 19, 2026
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Neue Details! DARUM gab es erneut eine Andacht für Yosef (†14)

Fotos: Azra Dogan

Köln | Es war ein wichtiger Tag für die Familie.

Denn sie will das Gedenken an Yosef (†14) aufrecht erhalten.

In der koptisch-orthodoxen Kirche spielt die Zahl 80, insbesondere im Kontext der Geburt, eine wichtige Rolle. 80 Tage ist die furchtbare Tat am Waldsee bei Delhoven her und die Liebsten von ihm verarbeiteten ihre Trauer am Sonntag (19. April 2026) auf ihre eigene Weise und gemeinsam.

Die Angehörigen, Freunde und Nachbarn des Anfang Februar getöteten Dormagener Realschülers zelebrierten daher eine Andacht für ihn in einem eigenen Raum in St. Norbert in Düsseldorf nach dem koptisch-orthodoxen Ritus.

Familie verarbeitet Trauer in Düsseldorf gemeinsam

Ein liebevoll dekorierter, kleiner schwarzer Altar war mit Bildern Yosefs und Kerzen sowie Rosen darauf aufgestellt.

Illustration: Azra Dogan

Die mehr als dreihundertköpfige Trauergemeinde um Mutter Lilli war in der Tracht in weißen Gewändern erschienen. Viele Kinder waren anwesend, es wurde aus Briefen von Mitschülern für Yosef vorgetragen.

Zum Alltag überzugehen ist für die gläubige Familie mit Wurzeln aus Eritrea unmöglich geworden. Es ist der Familie ein Anliegen, dass die Frage nach dem „Warum?!“ der Tat nicht bequem und feige ausgesessen wird und diese nicht ohne Folgen bleibt.

Neue Details haben die Trauernden erreicht, die Spekulationen nehmen nach wie vor rund um das Geschehene kein Ende und machen in sozialen Netzwerken die Runde.

So halten sich hartnäckig die Mobbing-Gerüchte aus Videos in Whattsapp-Gruppen zum Auslöser, wonach Yosef einen Mitschüler als Klassensprecher beschützen wollte, indem er dies der Lehrerin gemeldet – und sich so der „Rache“ ausgesetzt habe.

Nach der Obduktion sei von zahllosen Messerstichen die Rede gewesen. Angehörige des Täterkindes seien nach Dormagen inzwischen zurück gekehrt.

Doch die Mutter selbst fühlt sich im Unklaren und im Stich gelassen.

Sie möchte endlich verbindliche Antworten bekommen, warum ihr Sohn aus dem jungen Leben gerissen wurde und sterben musste.

Die Andacht am Sonntag in Düsseldorf ist für sie ein Trost, dass sie nicht ganz alleine ist. Auch nicht 80 Tage danach.

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