
Schwenningen / Köln | Maximilian Kammerer reckte seine Faust in den Himmel und strahlte über sein Gesicht. Der Haie-Stürmer hatte 12,8 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Treffer zum 4:2 bei den Schwenninger Wild Wings erzielt und dem KEC drei Matchbälle für das Halbfinale der DEL-Playoffs beschert.
- Kölner Haie siegen bei den Schwenninger Wild Wings
- In der Viertelfinalserie führen die Kölner Haie nun mit 3:0 Siegen
- Am Dienstag steigt das vierte Spiel in der Lanxess-Arena
Am Dienstagabend kann die Mannschaft von Kari Jalonen im zweiten Heimspiel der Serie in der Lanxess-Arena um 19.30 Uhr den entscheidenden Schritt machen, um sich vorzeitig für die nächste Runde zu qualifizieren.
Kölner Haie: Parker Tuomie sah zwei zähe erste Drittel
„Heute war sehr zäh. Wir haben in den ersten beiden Drittel nicht sauber gespielt. Wir haben dann in der Offensiv das gemacht, was wir tun mussten. Hinten sehr stabil gestanden und mit Herz und Blut das Spiel dann über die Runden gebracht, erklärte Parker Tuomie.
Der Nationalstürmer hatte zuvor zwei Kölner Tore vorbereitet und fügte hinzu: „Für Schwenninger war es ein schon Sudden-Death-Spiel, wir haben es im letzten Drittel geschafft, den Schalter umzulegen.“
Dabei kamen die Haie schwer in die Partie und kassierten bereits nach 43 Sekunden einen Gegentreffer. Kyle Platzer stand frei vor dem Kölner Tor und war aus der Drehung mit einem Schuss über den Schoner von Janne Juvonen erfolgreich. Der Finne im Haie-Kasten war ohne Abwehrchance.
Bokk trifft nach elf erfolglosen Spielen für Kölner Haie
Doch die beste Mannschaft der Hauptrunde fand eine schnelle Antwort. Louis-Marc Aubry bediente Dominik Bokk mit einem perfekten Pass, der ehemalige Frankfurter ließ sich die Möglichkeit nicht nehmen und markierte den Ausgleich (5.). Nach elf Begegnungen ohne Tor durfte der Angreifer endlich mal wieder über ein eigenes Tor jubeln.
In der Folge entwickelte sich eine intensive und kampfbetonte Partie mit vielen Zweikämpfen und Nickeligkeiten. Die Gäste agierten ab und an zu schlampig in der eigenen Zone, doch die Puckgewinne konnten die Schwäne nicht nutzen. Tyson Spink, Alexander Karachun und Thomas Larkin scheiterten am aufmerksamen Juvonen.
Russell und Kero verpassen Kölns Führung
Aber auch die Mannschaft von Kari Jalonen hatte Gelegenheiten zum 2:1, doch Patrick Russell und Tanner Kero fanden in Schwenningens Schlussmann Joacim Erikson ihren Meister.

Und der zweite Abschnitt verlief nach dem Motto: Kein Risiko eingehen und vermeidbare Gegentore kassieren. Beide Mannschaften hatten deshalb nur wenige Hochkaräter, dafür gab es viel Einsatz, Leidenschaft und Willen zu sehen.
Einmal rettete dabei der Pfosten für die Wild Wings. Frederik Storm stocherte die Scheibe aus kurzer Distanz an den Außenpfosten, zudem scheiterte Bokk per Alleingang an Eriksson. Schwenningen hatte mehr Chancen, aber Juvonen war erneut der Sieger gegen Platzer, Larkin und Boaz Bassen. So ging es mit einem 1:1 in die zweite Pause.
„Die Defensive steht an erster Stelle, es geht um viel. So ist Playoff-Eishockey, ein richtiges Battle“, meinte Jan-Luca Sennhenn nach 40 Minuten.
Im letzten Drittel wurde es dann aber richtig turbulent. Die Haie eröffneten den Torreigen mit einem Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden. Zunächst traf Verteidiger Brady Austin (45.) platziert in die kurze Ecke, dann vollendete Tanner Karo (46.) zum 3:1, nachdem er im Gewühl vor dem Schwenninger Tor den Überblick bewahrt hatte.
Tyson Spink sorgt für große Spannung
Doch die Schwarzwälder gaben sich noch nicht geschlagen. Als Oliwer Kaski im letzten Moment Philipp Feißt am Torschuss hinderte, entschieden die Schiedsrichter Sean MacFarlane und Christopher Schadewaldt auf Penalty. Tyson Spink verwandelte eiskalt zum 2:3 (49.) und sorgte für eine turbulente Endphase.
Doch die Haie hielten dem Druck stand, überstanden eine 6:4-Überzahl der Schwenninger und machten durch den Treffer von Kammerer zum Jubel der 400 mitgereisten Fans alle Hoffnungen der Wils Wings zunichte.