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Lange Tünn bedauert Tod von Botteram und Co.: „Total unnötig!“

Der lange Tünn macht heute Stadtführungen zur Milieu-Zeit in Köln.

Köln | Er sitzt auf seinem Stuhl und kann nur noch in den Erinnerungen graben.

Fassungslos hat Anton Claaßen (79) alias „Der Lange Tünn“ die von koeln0221 vermeldeten Todesnachrichten aus dem Milieu von einst von „die Botteram“ und „Tapeten-Toni“ erhalten: „Ich bin wohl der Nächste“, seufzt er.

Und das ausgerechnet zum 5. Todestag Karate Jackys, der bekanntlich zu Ostern 2021 im Pennerheim in der Südstadt verstorben war.

„Der war so ein netter, smarter Junge, überall beliebt, weil der korrekt war“, schmerzt ihn besonders der Verlust von Großzocker Anton Kurth, der als „Tapeten-Toni“ auf den Pferderennbahnen der Region seinen Platz und Wettschein hatte.

Milieu-Größe: „Chicago am Rhein“ stirbt langsam aus

Auch Manfred Schall kannte Tünn, der inzwischen selbst 79 Jahre alt ist – genau wie der Verstorbene – seit Jahrzehnten.

Auch wenn der Milieu-Stadtführer in der ihm eigenen Art, die nicht ganz ernst zu nehmen ist, in einem Video alte Geschichten und Gerüchte zur „Botteram“ zum Besten gibt, war auch der Glatzkopf für ihn „ne lääve Kääl.“

Die Botteram.

In der Diskothek „Le Bateau“ am Ring arbeiteten beide einst schließlich gemeinsam, auch wenn sich zuletzt der Draht verlor. Die Botteram hatte sich im Vergleich zu ganz früher, wie Tünn schildert, optisch verändert, war als Hausmeister bei Freunden im „Mauritius Hotel & Therme“ tätig, die Mitarbeiter und Familie dort sind untröstlich.

Das war bei Karate Jacky (Jakob Franzen) anders, mit dem Tünn in den letzten Lebensjahren in der Südstadt geradezu täglich abhing und das Geschehen auf den Straßen des Veedels witzig und teilweise besingend kommentierte.

„Das war wirklich unnötig“, trauert die frühere Türsteher- und Zockergröße, „Fünf Jahre. Wie die Zeit vergeht, das ist ja unglaublich. Zum Glück leben noch ein paar Jungs von damals, wie der Schmitze Billa oder der Willy Taylacher. . .“

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