
Köln|Hartberg | Es war die Nachricht vor dem so wichtigen Auswärtsspiel beim HSV (13. März), die komplett rund ums Geißbockheim überraschte.
Routinier Florian Kainz (33) machte seinen Abschied vom Profi-Fußball ab Sommer vorzeitig öffentlich. Der Ex-Kapitän des FC, der sportlich in dieser Spielzeit so gut wie gar nicht mehr zum Zuge kommt, hat für seine Familie diese Konsequenz gezogen.
Die Nachricht blieb in seiner Heimat natürlich nicht ungehört.
„Den würde ich sofort nehmen und nach Hartberg holen!“, sagt Manfred Schmid, als ihn koeln0221 erreicht.
Der frühere Co-Trainer des FC arbeitet aktuell sehr erfolgreich in Österreich, steht mit Underdog TSV Hartberg sensationell in der hiesigen Meistergruppe und trotzte am Freitagabend selbst dem Favoriten LASK auswärts ein 0:0 ab.
Der Erfolgstrainer, dessen Vertrag beim kleinen, sympathischen Klub aus der Steiermark – wo Kainz herkommt – im Sommer ausläuft, hat mit „Kainzi“ zusammen gearbeitet und hofft, „dass er vielleicht doch noch 1,2 Jahre dranhängt. Am besten bei uns in Hartberg! Auch wenn das finanziell wohl nicht möglich ist. . .“

Schmid weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist, in Köln sich über Jahre als Spieler zu etablieren. Umso überraschter ist auch er, dass der Ex-Nationalspieler unter Trainer Lukas Kwasniok zumeist rasiert wurde und manchmal gar nicht im Kader stand.
„Er hat immer für den Klub auf dem Platz und daneben Verantwortung übernommen, ist ein Musterprofi mit einer top Einstellung und Identifikation. Ich würde ihm ein besseres Standing wünschen“, so Schmid, „der Zeitpunkt seiner Entscheidung ist sicher auch ein Ansporn, noch einmal in den letzten Wochen alles rauszuholen und der Mannschaft zu helfen.“
Apropos. Dass Schmid zu seinem „Ziehsohn“ Salih Öczan ebenfalls bis heute ein gutes Verhältnis pflegt, ist kein Geheimnis.
Hier wünscht sich der Fachmann, dass Öczan nach seinem Abschied vom BVB im Sommer, der bereits fix sein soll, back to the roots geht: „Salih ist ein Top-Spieler, ich würde dem FC sehr wünschen, wenn man ihn zurückholen könnte. Es gibt nichts wichtigeres als einen guten Sechser auf dem Platz.“