
Köln | DIE Sessionsband zu Gast bei Loss mer schwade. Und das im Köln-Talk persönlich wie wohl noch nie.
Denn gemeinsam mit Agentur-König Horst Müller stand ein Trio der Druckluft-Combo den Fragen von Moderator Robert Greven in der kurzfristig anberaumten Runde im Dom im Stapelhaus direkt am Rhein in der Altstadt Rede und Antwort.
Passend dazu hatte eingangs ein Spielmannszug mit der Karnevalsmaus den Jungs ihren Hit praktisch vorgespielt.
Brassband verzauberte die Jecken und hat hohe Ziele
Es war DAS Lied der letzten Monate überhaupt, der Ohrwurm für die Kölnerinnen und Kölner, der rauf und runter lief. Verändert der Erfolg die langjährigen Musiker, die auf einmal gefühlt an jeder Ecke für ein Selfie parat zu stehen haben?
„Es gibt gibt dann Menschen aus vielen Gründen, die dann vielleicht aus der Entfernung sagen: Die Jungs haben sich aber in der Session verändert – und dann fahr ich mich meine Krallen raus, weil ich weiß, dass das nicht so ist“, so ihr Mentor Müller, der viele Jahre erfolgreich im Geschäft ist, „und dass sie ganz ganz bodenhaftig und bescheiden sind und wissen, dass das eine ganz wertvolle Lebenserfahrung ist und. Dass sie darauf aufbauen wollen, aber dass sie niemals irgendwo abheben oder sich verändern werden.“

Hätte die Maus auch Lust auf den Ballermann?
Klare Antwort des Trios um Frontmann Florian Hertel: Nein! „Der Song soll für sich stehen. Kölsche Jung läuft ja auch im Bierkönig, das ist einfach Partymusik, das ist ja auch cool, wenn es da läuft. Aber wir sehen uns da nicht. Vielleicht auf einer Kölschen Woche mal, das würde ich mal ausklammern, weil das ja nicht das herkömmliche Ballermann-Ding ist.“ Agentur-Profi Müller stimmte zu: „Das sind unterschiedliche Kulturen. Lass den Karneval Karneval sein und lass Mallorca seinen Sinn erfüllen. Da gibt’s auch tolle Sachen und schöne Sachen – und das eine darf das andere nicht verteufeln. Aber Mallorca und Ballermann gehört nicht auf die Kölner Bühne, das sag ich ganz offen.“

Viele der Druckluft-Mitglieder, die übrigens bald eine Posaunistin dazubekommen werden, gehen neben der Musik noch einem anderen Beruf nach. Nun mehren sich die Anfragen für Auftritte, bald geht es auch nach Österreich. Gig jagt Gig, speziell nach Ostern.
Sehen sich die Jungs als Konkurrenten von Querbeat?
„Wir kommen aus der selben Schule“, so die Drei unisono, „Aber es hat niemand von denen jemals bei uns mitgespielt, die sind noch gut zehn Jahre älter. Konkurrenz ist, glaube ich Quatsch. Wir haben da immer rauf zu Querbeat geschaut, weil es einfach nur eine unfassbare Band ist. Wenn jemand unfassbar gute Musik und eine gute Show macht, dann muss man es einfach genießen.“
Neugierig lauschten die Zuhörer, als Müller den für ihn und Guido Cantz besten Sitzungsleiter benannte: „Nach Robert Greven der Frank Remagen! Ich glaub das ist auch ein wichtiges Thema. Man muss einen Leiter haben, der das Publikum abholt und den Künstlern die Bühne gibt.“
Nach gut siebzig Minuten war die kurzweilige Runde vorbei, von Druckluft wird man garantiert noch viel hören. . .