
Köln | Es ist ein Jahrestag, der noch immer für Schauern und Zähneklappern im Veedel sorgt.
Am 25. März 2022, vor genau vier Jahren also, wurde der beliebte Szene-Wirt Manni Koch in seiner „Alten Post“ von seinem Liebhaber massakriert.
Der Aufschrei in den Medien war gewaltig. Man fand die Leiche des Gastronomen im Lokal, den Täter sperrte man weg.
Kellnerin Tanja erinnert an getöteten Wirt Manni Koch
Doch am Ambiente hat sich seit der schrecklichen Bluttat absolut nichts geändert, wie koeln0221 Freunde von Manni schildern, die vor Ort sind und das mit Bildern belegen.
Der einst so beliebte Treffpunkt für Karnevalisten und FC-Fans ist, man kann es nicht anders sagen, zum absoluten Horror-Haus in Weiden verkommen.

Und das trotz direkter Anbindung zur Aachener Straße und dem Rheincenter vis a vis, das RheinEnergieSTADION fußläufig.
Besonders Tanja Springstein leidet bis heute, wenn sie an den Morgen vor vier Jahren erinnert wird. Denn sie unterstützte Manni als Kellnerin im Betrieb und verständlicherweise brach nach den unbegreiflichen Geschehnissen seinerzeit eine Welt für die taffe Servicekraft zusammen.
Kann so ein Schicksalsschlag überhaupt irgendwas Positives haben?
So makaber es klingt, glücklicherweise ja. Denn Tanja fand direkt danach in unmittelbarer Nachbarschaft ihr berufliches Glück!

„Ich habe ihr viel zu verdanken, sie hat mir mein Selbstbewusstsein wieder gegeben und an mich geglaubt. Ich habe im Germania mein Glück gefunden. Wir kennen uns seit fünfzehn Jahren, wir sind jetzt ein eingespieltes Team“, sagt sie über ihre Chefin im Schnitzel-Tempel, Weiden-Original Elisabeth Tanski, die das „Germania“-Wirtshaus direkt neben der leider verlotternden Post mit großem Erfolg seit vielen Jahren leitet – und Tanja nach dem Schock nebenan ins Team aufnahm.
Auch Elisabeth war eine Freundin von Manni.

„Ein ganz toller Mensch und Kollege, wir hatten nie Schwierigkeiten. Manni war immer da, wenn man ein Problem hatte. Man konnte mit ihm lachen und weinen“, erinnert sich die Germania-Wirtin an den Nachbarn, „Konkurrenz? Kannten wir nicht. Wir waren froh, dass wir uns hatten.“
Anstatt verbittert dem Veedel nach Kochs Tod den Rücken zu kehren, blieb Springstein so an Ort und Stelle und blühte am neuen Arbeitsplatz auf.
So, als wäre Manni nie weg gewesen.