
Köln | Die Kölner Haie sind das Maß aller Dinge in der Deutschen Eishockey Liga und thronen mit zwölf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Vor der Heimniederlage gegen die Löwen Frankfurt (1:4) eilte die Mannschaft von Kari Jalonen von Sieg zu Sieg und schnappte sich den DEL-Rekord mit 16 Siegen in Serie. Bereits acht Spieltage vor dem Ende der Saison hatte der KEC die Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale schon geschafft.
Die Euphorie rund um den Verein ist dementsprechend riesig, der Traum von der neunten Meisterschaft ist in der Stadt greifbar. Der Erfolg hat viele Väter, jedoch gibt es auch Spieler, die in die Saison mit persönlich anderen Hoffnungen und Erwartungen gegangen sind. Wir listen bisherige Gewinner und Verlierer der Kölner Haie auf.
Kari Jalonen: Der Cheftrainer gehört zu den großen Siegern des aktuellen Erfolges. Der Finne hat eine Mannschaft beisammen, in der jeder bereit ist für seinen Kollegen zu arbeiten und hat die perfekte Chemie in die Kabine gebracht. Auch seine Ankündigung Mitte Oktober, die Haie nach der Spielzeit in Richtung Heimat zu verlasen, brachte keine Unruhe in das Team. Im Gegenteil, die Mannschaft hat die „Jetzt erst Recht-Mentalität“ entwickelt und will die große Chance auf den Titel beim Schopfe packen.
Matthias Baldys: Der Sportdirektor musste vor der Saison einige unpopuläre Entscheidungen treffen. Die Verträge mit Playoff-Torjäger Alexandre Grenier sowie Josh Currie wurden nicht verlängert, zudem musste der 43-Jährige einen Nachfolger für die offensive Lebensversicherung Justin Schütz finden. Die elf Neuzugänge haben allesamt eingeschlagen. Patrick Russell, Nate Schnarr, Dominik Bokk sowie die Abwehrspieler Oliwer Kaski und Valtteri Kemiläinen sorgen für die nötige Tiefe im Kader und mehr Power im Überzahlspiel. Mit Janne Juvonen kam im Oktober noch ein Toptorwart nach Köln. So entwickelte Baldys aus einem guten Kader mit Perspektive einen Meisterschaftsanwärter.
Patrick Russell: Der Däne hat in Köln perfekt einschlagen und hat sich zum kongenialen Partner für Gregor MacLeod entwickelt. Der Stürmer hatte überhaupt keine Anpassungsschwierigkeiten, avancierte zum absoluten Torjäger und erzielte in 44 Spielen 25 Tore und gab 30 Vorlagen. Dabei erzielte der Angreifer sieben spielentscheidende Treffer.
Janne Juvonen: Das mögliche entscheidende Puzzlestück für einen langen Playoff-Run verpflichteten die Haie erst im Oktober. Der bis dahin vertragslose Torwart Juvonen unterschrieb nach der schweren Knieverletzung von Felix Brückmann einen Vertrag. Ein Glücksgriff für beide Seiten, der Finne ist die absolute Nummer eins und mit einer Fangquote von 93,264 Prozent der statistisch beste Schlussmann der DEL. In 26 Einsätzen feierte der 31-Jährige 22 Siege und blieb in vier Spielen ohne Gegentor.
Fans: Die Heimspiele der Kölner Haie sind Feiertage mit vielen Toren und spektakulären Erfolgen. Es gab 15 Siege in 19 Begegnungen in der Lanxess-Arena zu bejubeln, mit aktuell 45 Punkten ist der KEC zusammen mit Ingolstadt die beste Heimmannschaft der Liga. Die letzte Niederlage im Henkelmännchen setzte es beim 3:4 nach Penaltyschießen gegen Augsburg am 21. November 2025. In den vergangenen beiden Jahren holten die Haie in 26 Heimspielen nur 43 Punkte (Saison 24/25) und 40 Punkte (Saison 23/24). Die Erfolge werden von den Fans honoriert. Die Haie begrüßten bereits 304.704 Besucher, im Schnitt waren es 17.932 Fans in der Arena – die meisten in Europa!
Tobias Ancicka: Vor der Saison galt der Schlussmann als die Nummer eins im Kölner Tor. Doch der ehemalige Berliner kam nicht richtig in Schwung und zeigte schwankende Leistungen. Bei acht Starteinsätzen (27 Gegentore) holte der gebürtige Heilbronner nur drei Siege. Nach der Verletzung von Brückmann trauten die Verantwortlichen dem 24-Jährigen nicht zu, alleine die Last im Haie-Tor zu tragen und verpflichteten Juvonen. Ancicka ist momentan nur die Nummer drei im Kasten, die Perspektive auf mehr Spielzeit ist nicht gegeben. Dementsprechend sucht der Torwart eine neue Herausforderung und soll sich mit den Augsburger Panthern über einen Vertrag in der kommenden Saison einig sein.