
Köln | Solche Geschichten schreibt wirklich nur König Fußball. . .
Vor genau zwei Monaten bangte er an der Screen und sah den sicher geglaubten Gewinn in der Hand buchstäblich zerrinnen und Wettschein in letzter Sekunde platzen.
Im dramatischen Heim-Finale des Afrika Cups hatte der Kölner Pizzabäcker Moufid Oussama (21) vom „Peperoni“ am Kreisverkehr Chlodwigplatz auf sein Heimatland Marokko gegen den Senegal mutig gesetzt.
Afrika Cup: Kölner Zocker entpuppt sich als Patriot
Klares Ding, dachte er und schob satte 500 Euro über die Theke! Doch die waren futsch wie der so heiß jahrzehntelang herbeigesehnte Titel für die „Atlaslöwen“, als der Abpfiff des überraschenden 0:1 nach Verlängerung im Stadion von Rabat ertönt war.
Dachten alle! Doch nun kam es anders. . .
Denn: Der Verband CAF erkannte dem Senegal, dessen Spieler aus Protest das Spielfeld für fast 15 Minuten verlassen und damit gegen die Regeln verstoßen hatten, den Titel nach 57 Tagen nachträglich ab – eine Sensation und hohe Peinlichkeit im Weltfußball.

Was das für den Zocker aus der Südstadt nun bedeutet? Die meisten Wett-Anbieter orientieren sich an einer Standardregel: Maßgeblich ist das offizielle Ergebnis, das beim Schlusspfiff auf der Anzeigetafel steht.
So auch in Moufids Fall. „Gewinner bleiben Gewinner, Verlierer bleiben Verlierer“, so Buchmacher Mark Debler, bei dem der Küchenchef sein Glück patriotisch versucht hatte. Und letztlich baden ging.
Doch der Gastronom und leidenschaftliche Anhänger der marokkanischen Nationalelf hatte die Kohle eh längst abgeschrieben – und macht nun das Beste draus.
„Ich verzockte 500€ und jubel trotzdem, denn wir sind Afrika Cup-Sieger!“, lachte Moufid in der Zocker-Bude, legte einen Tanz hin – und füllte den nächsten Schein schon aus. . .