
Köln | Dass er hart im Nehmen ist, bewies er schon als Haudegen der Cologne Crocodiles und Nationalspieler im American Football der 80er. Doch nun legte der Kölner Chirurg Dirk Ghadamgahi auf dem OP-Tisch sogar eine Schippe drauf…
Denn der international bekannte und renommierte Top-Mediziner, der weltweit operiert und seit vielen Jahren wissbegierig auf dem neuesten Stand der Technik arbeitet, machte nun am eigenen Körper die Probe aufs Exempel.
Der Familienvater operierte sich quasi am lange lädierten linken Knie selbst!

Dirk Ghadamgahi schwört auf Roboter-Assistenten
Möglich macht dies der von einem Chirurgen kontrollierte neuartige „VELYS™ Robotic-Assisted Solutions (VRAS)“-Roboter-Assistent, der in sämtliche Richtungen bewegt werden kann, um die beste Position beim Eingriff für ein künstliches Kniegelenk zu erreichen.
„Ich wurde von einem Kollegen, den ich selbst geschult habe, operiert. Da ich aber nur eine Spinalanästhesie (nur die untere Körperhälfte ist dabei betäubt, Anm. d. Red.) bekam, konnte ich ihn intra-operativ unterstützen. Der Kollege operierte mit dem Roboter, aber wir sprachen intra-operativ über die jeweiligen nächsten Schritte.“

Beide observierten jeden Winkel der OP und die Positionierung des Gelenkersatzes in Echtzeit auf einer Monitorscreen. Vorteil des Roboter-Assistenten dabei: Er verriegelt die Bewegung der Ausrüstung, damit sie nicht von der vorgegebenen Position abweicht. So werden Komplikationen vermieden.
Nur wenige Tage nach dem Eingriff stemmte der Ex-Footballprofi wieder im „World Gym“ am Bonner Wall Gewichte an den Geräten, streckte das Knie – und das schmerzfrei.
In einem kurzen Doku-Clip für seine Company fasste Ghadamgahi, der aktuell schon wieder in New Orleans (USA) auf Tagung weilt, das Prozedere als Versuchskaninchen in eigener Sache so zusammen.
„Ich würde diese OP-Form immer wieder wählen. Das Knie erinnert mich jetzt daran, wie es früher funktioniert hat, als ich jünger war“, sagt er, „Sonst war ich der Chirurg, nun bin ich selbst Patient und auf der anderen Seite. Und ich kann sagen: Ich hätte die OP schon vorher so machen sollen.“